14.2 C
München
Montag, Mai 23, 2022

Sind Billigreifen eine gute Wahl?

Muss lesen

Da Sommerreifen immer teurer werden, fällt der Blick beim Kauf verstärkt auf Billigmarken. Was können diese Hersteller, wie gut und sicher sind deren Reifen? Das zeigt ein neuer Test.

Acht aktuelle Sommerreifen für Kleinwagen (Dimension 195/55 R16) im Test des Auto Clubs Europa (ACE) – das Besondere: Hier wurden nur günstige Modelle von teilweise eher unbekannten Herstellern geprüft. Häufig steckt dahinter die Zweitmarke eines der ganz großen Namen im Geschäft. Das Know-how ist also vorhanden. Die Qualität auch?

Diese Reifen wurden getestet

So schlagen sich die Reifen im Test

Nasse Fahrbahn

Die Vollbremsung aus Tempo 80 meistern fast alle Reifen durchschnittlich bis gut. Als Erster steht der Reifen von Kleber mit einem Bremsweg von 31,4 Metern. Am schlechtesten schneiden der Barum (36,4 Meter) und der Tristar (37,4 Meter) ab. Ihre Bremswege sind unter den gegebenen Testbedingungen gerade noch ausreichend, urteilt der ACE.

Handling

Auch hier gibt es keine Flops. Am besten schneiden aber die Reifen von Kleber und Uniroyal ab. In Kurven zeigen sie nur ein leichtes Untersteuern, das sich gut korrigieren lässt. Bei einem abrupten Gaswegnehmen in der Kurve lassen sie das Heck nicht ausbrechen. Auch das gute Ansprechverhalten beider Reifen wird vom ACE gelobt.

Was genau bedeutet eigentlich Untersteuern und Übersteuern? Hier erfahren Sie es.

Grip und Seitenführung

Wieder sind die Reifen von Kleber und Uniroyal etwas besser als der Rest. Sie vermitteln ein sicheres Fahrverhalten, beschleunigen mit guter Traktion aus Kurven heraus. Die übrigen Reifen (insbesondere die Modelle von Falken und Fulda) schneiden allerdings nur geringfügig schlechter ab.

Aquaplaning

Bei einem Wasserfilm auf der Straße können Autos die Bodenhaftung verlieren (“aufschwimmen”). Sie lassen sich dann nicht mehr kontrollieren. Dagegen helfen gemäßigtes Tempo, ausreichende Profiltiefe – und der richtige Reifen. Kritisch bei Aquaplaning sei keines der getesteten Modelle, so der ACE. Falke und Milestone überzeugen aber am meisten. Tristar, ein sehr günstiger Reifen aus dem Internet, schneidet am schlechtesten ab – aber mit immer noch passablem Ergebnis.

Trockenheit

Das Handling aller Reifen überzeugt: Sie sind besser zu handhaben und bieten mehr Grip als auf nasser Straße. Scharfe Kurven meistern die Modelle von Falken, Fulda, Kleber und Tristar am überzeugendsten. In langgezogenen Kurven bieten alle getesteten Reifen guten Grip und damit eine gute Seitenführung. Die beste Bremsleistung bietet der Reifen von Kleber. Fast alle weiteren Reifen sind hier durchschnittlich bis gut – “gerade noch akzeptabel” ist das Modell von Barum.

Das Ergebnis

Ein sehr empfehlenswerter Reifen, fünf empfehlenswerte Modelle, keines ist durchgefallen – die Ergebnisse zeigen: Wer sich für den richtigen Billigreifen entscheidet, muss keine Abstriche gegenüber einem teuren Markenreifen machen.

Testurteil Modelle

Sehr empfehlenswert

Kleber Dynaxer HP4

Empfehlenswert

Falken ZIEX ZE310 ECORUN

Fulda EcoControl H2P

Matador MP47 Hectorra 3

Milestone Green Sport

Uniroyal Rainsport5

Bedingt empfehlenswert

Barum Bravuris 5HM

Tristar EcoPower4

Den Test führte der ACE gemeinsam mit dem Motor- und Radfahrerbund Österreich (ARBÖ) und der Gesellschaft für Technische Überwachung mbH (GTÜ) durch.

Übrigens: Der genauere Blick auf günstige Sommerreifen lohnt sich derzeit besonders – denn die Preise steigen. Das liege an der anhaltenden Corona-Pandemie, den gestiegenen Kosten für Rohstoffe und Transport und auch an den zuletzt stark gestiegenen Energiepreisen, sagt Check24. Allein die 100 auf dem Vergleichsportal meistverkauften Sommerreifen verteuerten sich innerhalb eines Jahres um etwa zehn Prozent. Und Besserung sei erst mal nicht in Sicht.

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

Neuesten Nachrichten