11.9 C
München
Samstag, Mai 28, 2022

EU-Neuwagenmarkt fällt auf Rekordtief

Muss lesen

Viele europäische Automarken haben im vergangenen Januar weniger Neuzulassungen als gewöhnlich verbucht. Schuld ist der andauernde Mangel an Mikrochips. Wie es nun weiter geht. 

Der EU-Neuwagenmarkt ist im Januar angesichts des andauernden Halbleitermangels auf ein Rekordtief abgesackt. Wie der europäische Herstellerverband Acea am Donnerstag mitteilte, wurden im ersten Monat des Jahres mit knapp 683.000 Fahrzeugen so wenig Neuwagen zugelassen wie noch nie in einem Januar.

Im Vergleich zum ohnehin schon schwachen Vorjahresmonat Januar 2021, der wegen der Auswirkungen der Corona-Beschränkungen auf die Autoverkäufe ebenfalls ein Rekordtief markiert hatte, betrug der Rückgang 6,0 Prozent.

Mangel an Mikrochips

Der Mangel an Mikrochips wirke sich “immer noch negativ auf die Autoverkäufe in der gesamten Region aus”, erklärte der Verband zu den neuen Zahlen. Die Engpässe bei Halbleitern hatten bereits im Gesamtjahr 2021 zu einem deutlichen Einbruch auf dem EU-Neuwagenmarkt geführt: Die Zahl der Neuzulassungen sank mit 9,7 Millionen Fahrzeugen auf den niedrigsten Wert seit Einführung der Statistik im Jahr 1990.

Fortlaufender Abwärtstrend

Im ersten Monat des neuen Jahres setzte sich dieser Trend nun fort. “Auf dem EU-Neuwagenmarkt geht es weiter abwärts”, kommentierte die Unternehmensberatung EY. Die Chipkrise sei nach wie vor der alles beherrschende Faktor, der eine Erholung der Lage verhindere, erklärte EY-Automobilmarktexperte Peter Fuß. “Die Hersteller könnten sehr viel mehr Neuwagen verkaufen, wenn sie lieferfähig wären.”

In den vergangenen zwei Jahren habe sich ein enormer Nachholbedarf aufgestaut, die Auftragsbücher seien voll, führte Fuß weiter aus. “Der Chipmangel verhindert allerdings eine Rückkehr zur Normalität.”

So geht es für die Zulassungen weiter

Zumindest in der ersten Jahreshälfte werde sich die Lage nicht bessern und für den weiteren Jahresverlauf werde allenfalls “zaghaftes Wachstum auf weiterhin niedrigem Niveau” erwartet.

“Diese Krise wird noch weit bis ins kommende Jahr reichen, im laufenden Jahr werden wir keine echte Trendwende sehen”, prognostiziert Fuß. Belastend könnten sich demnach auch die neuen geopolitischen Spannungen, die hohe Inflation und der hohe Spritpreis auswirken.

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

Neuesten Nachrichten