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Samstag, Mai 28, 2022

Das kann die elektrische E-Klasse

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Gut ein Jahr nach dem EQS schickt Mercedes den kleineren Bruder EQE an den Start. Die elektrische Business-Limousine bietet nicht nur eine Menge Luxus, sondern hat auch ganz besonders einen Konkurrenten im Fokus.

Ein sehr langer Radstand, kurze Überhängen, die bogenförmige Dachlinie – dieser Mercedes scheint etwas Besonderes zu sein. Was hat der neue EQE unter seinem auffälligen Äußeren zu bieten?

Mit dem neuen EQE (Startpreis: 70.630 Euro) zielt Mercedes direkt auf das Model S von Tesla. In diesem wichtigen Business-Segment hat der kalifornische Hersteller unter den Elektroautos bislang fast eine Monopolstellung inne.

Bis zu 654 Kilometer Reichweite

Dass der Stuttgarter Autobauer es überhaupt so schnell schaffte, schon ein Jahr nach dem EQS ein zweites Modell gleicher Bauart – nur etwas kleiner – auf den Markt zu bringen, hängt mit der eigens dafür konzipierten Plattform zusammen. Sie heißt EVA, was für Electric Vehicle Platform steht. EVA steckt bereits unter dem EQS. Für den EQE musste also nichts extra neu entwickelt werden – man musste die vorhandene Architektur lediglich auf die etwas geringere Größe anpassen.

Rückansicht: Auch das kurze Heck kennt man nicht von Mercedes. (Quelle: Hersteller)

So steckt im Boden des EQE eine etwas kleinere Batterie als im EQS. Ihre Kapazität beträgt statt 108 nur 90 kWh, aber immer noch genug, um dem Fahrer des EQE 350+ eine WLTP-Reichweite von bis zu 654 Kilometer zu ermöglichen.

Fahrer und Mitfahrer haben viel Platz, da E-Maschinen deutlich kompakter sind als Verbrennungsmotoren und zudem weder Getriebe noch Abgasanlage Raum wegnehmen. Selbst hinten sitzen Erwachsene sehr bequem. Laut Mercedes ist der Innenraum sogar größer als in der aktuellen E-Klasse.

Größte Displayfläche der Autowelt gegen Aufpreis

Zum Marktstart bietet Mercedes den EQE zunächst als 350+ mit 215 kW (293 PS) und Hinterradantrieb sowie als AMG 43 4Matic (350 kW/476 PS) mit Allradantrieb an. In beiden steckt als Basis das Cockpit der S-Klasse mit dem nach vorne geneigten, großen Zentraldisplay.

Wer die Konturen des dahinterliegenden Armaturenbretts entlangschaut, weiß sofort: Sie bilden exakt die Form des Hyperscreens ab. Diese größte im Automobilbau existierende Displayfläche bietet Mercedes gegen Aufpreis an. Erstmals kann dann die rechts sitzende Person während der Fahrt sogar Filme schauen oder im Internet surfen.

Doch auch ohne die Bildschirm-Landschaft bleibt die Bedienung im EQE ein Genuss. Alles wird sauber dargestellt und wirkt wohldurchdacht. Das gilt auch für die Sprachbedienung, die derzeit die Spitze der Branche einnehmen dürfte. Selbst mehrere Befehle am Stück werden locker umgesetzt.

Klassenbester Fahrkomfort

Das Fahren verläuft mit einer Ruhe und Geschmeidigkeit, wie sie nicht nur typisch für ein Elektroauto sind, sondern auch typisch für Mercedes. Der EQE ist Entspannung pur, der Komfort in dieser Klasse unerreicht. Der Wagen scheint mehr über den Asphalt zu schweben als zu rollen. Auch die 215 kW/293 PS der E-Maschine und besonders ihr Drehmoment von 565 Newtonmeter lassen nie Zweifel an zu wenig Souveränität aufkommen.

Und damit selbst auf längeren Touren das Premium-Gefühl nicht auf der Strecke bleibt, haben die Entwickler auch das leidige Thema Laden professionell angepackt. Der EQE kann an CCS-Schnellladesäulen mit bis zu 170 KW nachgeladen werden. Das entspricht „frische“ 250 Kilometer bei 15 Minuten Wartezeit, was allerdings nur klappt, wenn die Ladestation übers Navi angesteuert wird und so die Batteriezellen optimal vorkonditioniert werden können.

Steht dann noch „Aral“ oder „Ionity“ an der Ladesäule, braucht der Stecker nur noch mit dem EQE verbunden zu werden, weder App, noch Karte oder QR-Code sind nötig, die Authentifizierung erfolgt automatisch. Ein Komfort, den Tesla seinen Kunden allerdings an seinen Säulen auch anbietet.

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