Vor allem Autoindustrie
Industrie verzeichnet im Februar wieder mehr Aufträge
08.04.2026 – 13:45 UhrLesedauer: 2 Min.
Seit dem vergangenen August verzeichnet die Industrie einen vorsichtigen Aufwärtstrend. Trotz geopolitischer Krisen setzt sich dieser weiterhin fort.
Die deutsche Industrie hat vor dem Iran-Krieg ein leichtes Auftragsplus verbucht. Das Neugeschäft stieg im Februar um 0,9 Prozent zum Vormonat, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch mitteilte. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Ökonomen hatten allerdings mit plus 2,0 Prozent gerechnet. Im Januar hatte es mit 11,1 Prozent noch den stärksten Einbruch seit rund zwei Jahren gegeben. Klammert man Großbestellungen aus, lagen die Aufträge im Februar mit 3,5 Prozent im Plus.
„Das ist ein schöner Zuwachs, der wegen des Iran-Kriegs aber kaum Wert hat“, kommentierte Chefvolkswirt Alexander Krüger von der Hauck Aufhäuser Lampe Privatbank. So beziehe sich der Auftragsanstieg auf Februar, als im Iran noch nicht Krieg geführt worden sei. Die Unsicherheit durch den Konflikt dürfte Unternehmen im März bei der Auftragsvergabe bereits gehemmt haben. „Wegen des Energiepreisschocks bedarf es zudem neuer Preiskalkulationen.“
Ob sich die geopolitische Lage nun nach der für zwei Wochen geplanten Feuerpause wirklich beruhige, und die für die Energieversorgung wichtige Straße von Hormus freikomme, bleibe abzuwarten, so Krüger weiter. „Klar ist, dass die Industrie in diesem Jahr einen deutlich höheren Rohölpreis zu verarbeiten hat“, sagte der Analyst. Das schmälere die positiven Impulse, die vom Fiskalpaket der Bundesregierung mit Mehrausgaben für Infrastruktur und Verteidigung eigentlich ausgehen sollten.
Die Aufträge in der Industrie seien derzeit weiter schwankend, erklärte das Bundeswirtschaftsministerium. Der seit August 2025 aufwärts gerichtete Trend setzte sich zwar verhalten fort. „Diese positive Entwicklung dürfte jedoch infolge des Energiepreisschocks im Zusammenhang mit dem eskalierten Konflikt im Nahen Osten temporär gedämpft werden.“
Unter anderem haben sich laut Nachrichtenagentur dpa Auftragsbestand und Exporterwartungen in der Autoindustrie verbessert. Und auch der Jobabbau könnte sich verlangsamen: Die Beschäftigungserwartungen verbesserten sich um mehr als 24 Punkte.
Zwar liegen sie mit minus 19,8 noch immer deutlich im negativen Bereich. Doch auch die Arbeitsmarktstatistik deutet in diese Richtung: Im ersten Quartal seien wieder mehr Stellen für Berufe, die für die Autoindustrie relevant sind, bei der Bundesagentur für Arbeit gemeldet worden. „Damit scheint der Rückgang an neuen Stellen, der seit 2022 zu beobachten war, zu einem Halt gekommen zu sein“, sagt Wölfl.
