
Im Schnitt stehen vier Arsenal-Spieler im Fünfmeterraum, mehr als bei jedem anderen Top-Team in der Premier League. In der Regel laufen diese Profis von der hinteren Seite des Strafraums nach vorn, um Dynamik und Unruhe vor dem Tor zu kreieren. Im Normalfall reagiert ein Gegner, ob in Mann- oder Zonenverteidigung, darauf, indem er mindestens die identische Anzahl an eigenen Spielern den Arsenal-Angreifern entgegenstellt. Doch dadurch befinden sich teils acht oder mehr Spieler vor dem eigenen Torhüter, der somit nicht mehr ohne Weiteres den Ball wegfausten kann.
Zugleich versuchen Arsenals Angreifer bewusst, Verteidiger zu blocken, sodass am Ende einer der kopfballstärksten Mitspieler an den Ball gelangt. In der Vorsaison war alles auf Innenverteidiger Gabriel ausgelegt, der gelegentlich per Kopf zum Torerfolg kam. In der laufenden Spielzeit ist Arsenal etwas flexibler eingestellt und bringt beispielsweise auch Gabriels Abwehrkollegen Jurriën Timber in Abschlusspositionen nach Standards. Zuletzt kam als neue Komponente hinzu, dass Gabriel nach einer Hereingabe die Vorlage für Neu-Stürmer Viktor Gyökeres geben konnte, also nicht der erste Kontakt direkt zum Tor führte.
Die Kopfballstärke einiger „Gunners“ ist mit einem nahezu perfekten Timing beim Einlaufen in Richtung Strafraummitte und natürlich den sehr guten Inswinger-Eckbällen von Rice und Saka gepaart. Dabei dreht sich der Ball nach innen und in Richtung des Tores.
38 Prozent aller Arsenal-Schüsse entstehen nach Standardsituationen. Das sollte am heutigen Mittwochabend im Emirates Stadium nicht unbedingt anders sein. Die Bayern werden sich gewiss auf diese Gefahr vorbereiten, denn der Bundesliga-Tabellenführer kassierte erst am Samstag zwei Tore gegen den SC Freiburg (6:2) nach Eckbällen. Beim ersten Tor wurde die Hereingabe von Niklas Beste verlängert, beim zweiten Treffer ging der Ball direkt von der rechten Eckfahne in Richtung linker Pfosten. Die Freiburger Eckbälle waren bei Weitem nicht so speziell wie die von Arsenal, brachten aber dennoch große Gefahr.
Bayern könnte gegen Arsenal wieder eine ähnlich starke Vorstellung wie vor ein paar Wochen gegen Paris Saint-Germain abliefern. Allerdings ist es nicht ausgeschlossen, dass die Londoner gegen die Dynamik des Spiels einfach per Eckball treffen und alles auf den Kopf stellen.










