Formel 1

Audi-Teamchef wohl vor Absprung zur Konkurrenz


20.03.2026 – 09:38 UhrLesedauer: 2 Min.

Jonathan Wheatley: Er kam von Red Bull zu Audi. (Quelle: DeFodi.de/imago-images-bilder)

Erst seit zwei Rennen ist Audi offiziell Teil der Formel 1. Doch jetzt droht der deutsche Rennstall einen seiner führenden Köpfe zu verlieren.

Audi-Teamchef Jonathan Wheatley steht offenbar vor einem Wechsel zu Aston Martin. Das berichtet das Portal „Autosport“. Demnach soll Adrian Newey als Teamchef des Formel-1-Teams von Aston Martin zurücktreten, um sich künftig auf seine Aufgaben als Technikchef zu konzentrieren; er soll Wheatley möglicherweise sogar selbst als seinen Nachfolger in der Chefposition vorgeschlagen haben.

Wheatley und Newey arbeiteten 20 Jahre lang beim Red-Bull-Rennstall zusammen. Erst im vergangenen Jahr verließen beide das österreichische Team, um sich ihren neuen Arbeitgebern anzuschließen.

Newey war bei Aston Martin eigentlich nur als Technikboss vorgesehen, übernahm aber dann relativ überraschend erst vor vier Monaten auch die Position des Teamchefs. Von Beginn an sollte er diese Rolle jedoch nur für die laufende Saison ausfüllen. Aston Martin kämpft zu Saisonstart mit einer sportlichen Krise. Probleme mit dem neuen Honda-Motor verhindern aktuell, dass die beiden Autos überhaupt ein Rennen beenden können. Newey könnte sich durch seinen Rücktritt als Teamchef voll und ganz auf die Lösung der technischen Probleme konzentrieren.

Wheatley verließ Red Bull für die Chefrolle bei Audi. Dort muss er sich die Autorität aber mit dem CEO des Audi-Teams, Mattia Binotto, teilen. Wie die „Bild“-Zeitung berichtet, sollen sich die beiden nicht immer einig gewesen sein. Audi-Chef Gernot Döllner hielt die Doppelspitze deshalb zwar für arbeitsfähig, sehe sie aber nicht als Idealbesetzung an. Bei Aston Martin könnte Wheatley die alleinigen Entscheidungen treffen und hätte angesichts der aktuellen Situation kaum etwas zu verlieren.

Zudem sehnt sich Wheatleys Familie laut „Bild“ nach einer Rückkehr nach England. Die Aston-Martin-Fabrik liegt dort nur gut 30 Kilometer von Wheatleys ehemaligem Arbeitsplatz, der Red-Bull-Fabrik, entfernt. Die Familie würde also in ein bekanntes Umfeld zurückkehren.

Laut „Autosport“ hängt der Zeitpunkt von Wheatley Wechsel von seinem Audi-Vertrag ab. Im Falle eines Wechsels ist eine Auszeit aber wahrscheinlich. Das Risiko, dass Wheatley Technikgeheimnisse von Audi zu Aston Martin mitnehmen könnte, wäre sonst zu groß. Für Audis Formel-1-Projekt wäre es eine ganz frühe Hürde. Ob der Rennstall die Stelle nachbesetzt oder die Führung unter Binotto umstrukturiert, ist dem „Autosport“-Bericht zufolge offen.

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