Assistenzsystem FSD nur noch im Abo – wie Elon Musk profitiert

Assistenzsystem FSD

Tesla stellt Fahrfunktion auf Abomodell um


15.01.2026 – 11:21 UhrLesedauer: 3 Min.

Tesla Model Y in einem chinesischen Geschäft: Der Autohersteller schaltet sein Assistenzpaket nur noch im Abo frei. (Quelle: IMAGO/CFOTO/imago)

Tesla stellt sein Fahrassistenzsystem „Full Self-Driving“ (FSD) auf ein reines Abomodell um – europäische Kunden warten weiter auf den Start. Was bislang bekannt ist.

Tesla stellt sein Fahrassistenzsystem „Full Self-Driving“ (FSD) in den USA auf ein Abomodell um, während der Start in Europa weiter offen bleibt: Konzernchef Elon Musk kündigte auf der Plattform X an, dass das System ab dem 14. Februar nicht mehr zum Kauf angeboten werde – verfügbar ist es künftig nur noch gegen eine monatliche Gebühr.

US-Kunden konnten bislang wählen zwischen einer Einmalzahlung von 8.000 US-Dollar oder einem Abo für 99 Dollar pro Monat. In Deutschland ist FSD derzeit nicht erhältlich, wird aber mit 7.500 Euro im Konfigurator geführt. Die Software soll beim Spurwechsel unterstützen, Verkehrszeichen erkennen und sich auch im Stadtverkehr zurechtfinden – sie ersetzt jedoch nicht den Fahrer, der weiterhin aufmerksam bleiben und jederzeit eingreifen muss.

Tesla nannte keine Details zu den Hintergründen der Umstellung. Musk erklärte lediglich: „Tesla wird den Verkauf von FSD nach dem 14. Februar einstellen. Danach wird es nur noch als monatliches Abonnement verfügbar sein.“ Beobachter verweisen auf eine strategische Neuausrichtung: Mit stabilen Abo-Einnahmen könnte Tesla angesichts sinkender Margen, wachsender Konkurrenz und rückläufiger Verkaufszahlen zusätzliche Liquidität generieren.

Dass Musks Vergütung teilweise an das Wachstum des FSD-Geschäfts gekoppelt ist, dürfte ebenfalls eine Rolle spielen. In seinem von Aktionären gebilligten Bonuspaket ist unter anderem vorgesehen, die Zahl von zehn Millionen aktiven FSD-Abos zu erreichen.

In Europa ist FSD seit Jahren angekündigt und mehrfach verschoben worden. Im Herbst 2024 stellte Tesla einen Start für das erste Quartal 2025 in Aussicht. Später war nur noch von „einigen Monaten“ die Rede. Zuletzt wurde ein möglicher Start im Februar 2026 ins Spiel gebracht – gestützt auf Gespräche mit der niederländischen Zulassungsbehörde RDW.

Konkreter wurde es bislang nicht. Zwar fanden im Spätherbst 2025 erste Demo-Fahrten mit „FSD Supervised“ in mehreren deutschen Städten statt – allerdings nur mit Tesla-Mitarbeitern am Steuer und Kunden auf dem Beifahrersitz. Die eigentliche Zulassung steht weiter aus. Ein RDW-Sprecher betonte, dass Tesla zunächst nachweisen müsse, dass FSD alle Vorschriften erfüllt. Erst dann könne ein Antrag auf Ausnahmegenehmigung für die EU gestellt werden. Und auch dieser gilt nur, wenn ein Ausschuss auf EU-Ebene zustimmt.

Unklar ist, was die Umstellung auf das Abomodell für jene Tesla-Kunden bedeutet, die FSD in Europa bereits gekauft haben. Viele von ihnen haben das Paket schon vor Jahren bezahlt – und bis heute keine Möglichkeit gehabt, es zu nutzen. Ob sie künftig ohne Zusatzkosten auf die Funktionen zugreifen dürfen, sobald FSD startet, oder ebenfalls ein Abo benötigen, hat Tesla bislang nicht beantwortet.

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