Hüllenlos in neuem ARD-Film

Adele Neuhauser überwindet Scham für intime Szenen

08.03.2026 – 14:46 UhrLesedauer: 2 Min.

Adele Neuhauser: Nach dem „Tatort“-Aus ist für sie längst kein Ruhestand angesagt. (Quelle: Gerald Matzka/Getty Images)

In einem neuen ARD-Film hat Adele Neuhauser eine Affäre mit einem jungen Mann. Nun spricht die Schauspielerin offen über Scham beim Dreh von intimen Szenen.

In „Faltenfrei“ spielte Adele Neuhauser eine alternde Diva, in „Ungeschminkt“ eine Transfrau. Nun ist die Schauspielerin in „Makellos – Eine kurze Welle des Glücks“ als Chefin eines Münchner Trachtengeschäfts zu sehen: Constanze geht ihrem Mann fremd – mit einem deutlich jüngeren Callboy. Daher war der Dreh auch eine Herausforderung für die Darstellerin.

Gerade bei den intimen Szenen sei sie als Schauspielerin gefordert gewesen, erzählte Neuhauser der Deutschen Presse-Agentur: „Meine Scham zu überwinden und wie weit will und muss ich wirklich gehen?“ Im Team mit Regisseur Dirk Kummer und Kollege Manuel Rubey hätten sie besprochen, mit diesen Szenen sehr sensibel und sparsam umzugehen – und nur bedingt bis in die letzte Konsequenz zu gehen. „Weil mehr brauchen wir auch nicht zu sehen“, sagte sie. „Wir wissen schon, wie es geht.“

Die Szenen seien aber wichtig gewesen, so Neuhauser. „Kaum ein 67-jähriger Körper ist makellos und man braucht sich auch nicht dafür zu schämen.“

Sie wolle an Sehgewohnheiten kratzen, sagt Neuhauser: „Das muss auch möglich sein. Also nicht, dass wir ältere Frauen uns jetzt alle einen bezahlten Callboy engagieren sollten, sondern dass wir uns als Gesellschaft einfach erlauben, dass ältere Frauen auch noch körperliche Bedürfnisse haben dürfen.“

Die Konstellation älterer Mann mit jüngerer Frau sei über Jahrhunderte gesellschaftlich anerkannt. „Aber wir sind es immer noch nicht gewohnt, eine ältere Frau mit einem jüngeren Mann in dieser Form sichtbar zu machen.“

Der Film thematisiert aber weit mehr als den körperlichen Aspekt: Constanze spürt sich nicht mehr, fühlt sich von ihrem Mann nach vielen Ehejahren nicht mehr gesehen, hat aber Sehnsüchte. „Ich glaube, da finden sich viele Menschen wieder“, sagte Neuhauser. „Oft weiß man nicht, warum man unzufrieden ist, weil man über viele Jahre – das kennen sicher viele, die in einer längeren Beziehung leben – irgendwann in eine Normalität in der Beziehung kommt. Und glaubt, man kennt sich in jeder Form des Lebens und braucht eh nicht mehr groß darüber zu reden.“

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