
Nach Rede in München
Ovationen für Rubio: Deutsche Minister rechtfertigen sich
16.02.2026 – 19:55 UhrLesedauer: 2 Min.
US-Außenminister Rubio hielt in München eine Rede, die viele als Kampfansage an Europa deuteten. Doch deutsche Spitzenpolitikern applaudierten ihm stehend.
Sowohl Außenminister Johann Wadephul als auch Verteidigungsminister Boris Pistorius haben die stehenden Ovationen für US-Außenminister Marco Rubio auf der Münchner Sicherheitskonferenz verteidigt. „Das war Höflichkeit, mehr nicht“, sagte der CDU-Politiker Wadephul im Deutschlandfunk auf die Frage, warum er, Pistorius und Bayerns Ministerpräsident Markus Söder am Samstag als Erste aufgestanden
waren.
Rubio habe ein Angebot zur Partnerschaft gemacht, so Wadephul: „Wir haben da ja nicht gejubelt“. Rubios Mahnungen, dass man sich um Wettbewerbsfähigkeit bemühen und gegen illegale Migration kämpfen müsse, seien zudem auch deutsche Regierungspolitik. „Also da gibt es viele Bereiche, die er ehrlicherweise richtig angesprochen hat.“ Die Differenzen habe zuvor Kanzler Friedrich Merz klar benannt.
„Der Applaus für die Rede heißt selbstverständlich nicht, dass Minister Pistorius der Rede von US-Außenminister Rubio insgesamt oder gar in allen Punkten zustimmt“, sagte auch der Sprecher des Verteidigungsministeriums. Pistorius sei vor allem wegen des völlig anderen Tons im Vergleich zur Rede von US-Vizepräsident JD Vance im Jahr 2025 aufgestanden.
Seine eigenen Positionen gegen US-Drohungen gegen Grönland und US-Alleingänge habe der Verteidigungsminister aber auf der Sicherheitskonferenz klar beschrieben, so der Sprecher Pistorius‘. Trotzdem sei es sowohl für die USA als auch für Deutschland und die anderen Verbündeten von zentraler Bedeutung, eine gute Gesprächsbasis und einen respektvollen Ton zu haben.
Die kurzen stehenden Ovationen eines Teils des Publikums nach der Rubio-Rede hatten in
Europa und den USA Kritik ausgelöst. „Rubios Standing Ovation in München, nachdem er das Ende der ‚regelbasierten Ordnung‘ verkündet hatte, zeigt, wie schwach viele europäische ‚Führungskräfte‘ geworden sind“, schrieb etwa der demokratische US-Senator Chris Van Hollen auf der Plattform X.
Rubio hatte den Europäern in seiner Rede mehrfach versichert, dass die US-Regierung sie als Partner wolle. Zugleich hatte er aber angekündigt, dass die USA notfalls auch alleine agieren würden und man keine Partner wolle, die an „Schuld und Scham“ gefesselt seien. Er wandte sich gegen „Massenmigration“, „Klimakult“ und Freihandel. Rubio reiste danach zu den moskaunahen Regierungen der EU-Staaten Slowakei und Ungarn und versicherte diesen die US-Unterstützung.