Mord an Achtjährigem aus Güstrow
Anwältin holt zum Frontalschlag gegen Gina H.
Aktualisiert am 05.05.2026 – 16:20 UhrLesedauer: 18 Min.
Im Prozess um den Mordfall Fabian werden emotionale Sprachnachrichten zwischen der Angeklagten Gina H. und Fabians Vater abgespielt. Neue Details zur Verdächtigen kommen ans Licht. Der dritte Prozesstag im Liveblog.
Im Fall Fabian aus Güstrow steht am Dienstag der dritte Prozesstag vor dem Rostocker Landgericht an. Befragt werden soll – wie schon am vergangenen Donnerstag – der Vater des getöteten Achtjährigen, Matthias R. Er war vier Jahre lang mit der Angeklagten Gina H. liiert, bevor sich die beiden trennten. R. gilt daher als zentraler Zeuge im Prozess.
Nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft soll Gina H. den achtjährigen Fabian am 10. Oktober 2025 mit sechs Messerstichen getötet haben. Die Ermittler gehen davon aus, dass Gina H. mit der Tat ihre Beziehung zu Matthias R. retten wollte. Dieser habe die Beziehung nicht fortführen wollen, weil er den Kontakt zu seinem Sohn nicht gefährden wollte.
Anwältin holt zum Frontalschlag gegen Gina H. aus
16.09 Uhr: Jetzt holt die Anwältin von Fabians Mutter, Christine Habetha, zum Frontalangriff gegen Gina H. aus. Sie zitiert aus einem Protokoll des Jugendamts, dessen Mitarbeiterinnen Gina H. im November besuchten, kurz vor ihrer Festnahme. Darin habe Gina H. angegeben, sie verstehe nicht, warum um den toten Fabian „so ein Gewese gemacht wird und ein großer Trauergottesdienst, es würden doch täglich Kinder sterben oder vermisst werden“, so der Auszug aus dem Protokoll. In dem Moment geht ein lautes Raunen durch den Saal. Der Vorsitzende Richter weist das Publikum zurecht: „Seien Sie ruhig!“ Hintergrund: In Güstrow hatte ein großer Trauergottesdienst mit Hunderten Teilnehmern stattgefunden. Fabians Vater hingegen bezeichnete den Gottesdienst vor Gericht als „wunderschön“.
16.01 Uhr: Gina H., die Angeklagte im Fall Fabian, stützt ihr Gesicht auf beide Hände, schaut Richtung Tisch. Zwischendurch bespricht sie sich mit ihren Anwälten.
15.58 Uhr: Jetzt wird Nowack lauter und weist den Zeugen Matthias R. deutlich zurecht. Nowack betont noch einmal mit lauter Stimme, R. dürfe als Zeuge keine falschen Angaben machen. Sollte sich herausstellen, dass dies doch der Fall sei, „werden wir gegen Sie einleiten“, so Nowack.
