Terroristen drohen Bar auf Propagandaseite
Anschlagsgefahr? Faschingsparty abgesagt
26.02.2025 – 13:33 UhrLesedauer: 2 Min.
Am Wochenende stehen in vielen Teilen Deutschlands Faschingsumzüge an. Doch nicht überall fühlen sich Beteiligte sicher.
Ein Anschlagsaufruf auf einer IS-nahen Propagandaseite hat zur Absage einer geplanten Faschingsparty in der „Saigon Bar“ in Nürnberg geführt. Das berichtete das Nachrichtenportal „Infranken“. Die Veranstaltung sollte am kommenden Sonntag im Anschluss an den Nürnberger Faschingsumzug „Gaudiwurm“ stattfinden. Der Verein Global Locals hatte die Party organisiert und erfuhr aus den Medien von der Bedrohung.
Neben der Bar in Nürnberg wurden auch Köln und Rotterdam auf der Propagandaseite erwähnt. Aufgrund des Vorfalls sagte der Vereinsvorsitzende Christopher Andrews die Party ab, um keine Risiken einzugehen. „Wir wollen unsere Leute nicht in Gefahr bringen. Wir finden es sehr schade, aber wenn tatsächlich etwas passiert wäre, wäre das nicht zu verantworten“, so Andrews. Warum gerade die kleine Bar von den Terroristen erwähnt wurde, ist unklar. Der Kinderfaschingsumzug in Ansbach wurde ebenfalls aus Sicherheitsgründen gestrichen.
Die Polizei Mittelfranken bestätigte „Infranken“, dass es sich bei dem Aufruf jedoch nicht um konkrete Anschlagspläne handelt. Vielmehr solle versucht werden, Einzeltäter zu motivieren und Angst zu verbreiten. Janine Mendel von der Polizei erklärte News5, dass Staats- und Verfassungsschutz nun ermitteln.
Die Stadt Nürnberg gab bekannt, dass die Sicherheitskonzepte für kommende Faschingsveranstaltungen angepasst werden. Es gebe derzeit keine Hinweise auf eine konkrete Gefahr für die Umzüge. Dennoch stünden Stadt, Polizei und Veranstalter im engen Austausch.
Janine Mendel versicherte den Bürgerinnen und Bürgern, dass die Polizei gut vorbereitet sei und für Sicherheit sorgen werde. Die Präsenz von Anschlägen in den Medien lasse jedoch das Gefühl entstehen, „dass praktisch ein Anschlag schon vor meiner eigenen Haustür steht“. Die Angriffe in München und Magdeburg seien jedoch nur „schreckliche Einzelfälle“ gewesen, „die reelle Gefahr eines Anschlags ist gering“.