
Reaktionen zu Grönland
Zoll-Streit: Baerbock kritisiert Trump
19.01.2026 – 10:06 UhrLesedauer: 2 Min.
Im Grönland-Streit teilt UN-Diplomatin Annalena Baerbock gegen Trump aus. In Deutschland bringen die Grünen US-Sanktionen ins Gespräch.
Annalena Baerbock hat sich in den Streit zwischen Europa und US-Präsident Donald Trump um Grönland eingeschaltet. Was Trump gerade unternehme, sei „auch ein absoluter Schuss ins eigene wirtschaftliche Knie“, sagte die frühere deutsche Außenministerin im Deutschlandfunk. „Die USA sind heftigst verschuldet, haben also ein absolutes Interesse daran, weiteren Handel zu treiben“, so Baerbock.
Die frühere Grünen-Ministerin ist seit dem Vorjahr Präsidentin der UN-Vollversammlung in New York. In seiner Rede vor der UN-Vollversammlung hatte Trump im vergangenen September die deutsche Politik kritisiert. Und damit auch Baerbock.
Baerbock kritisierte Trumps Vorgehen. Die UN-Diplomatin sagte: „“America first“ bedeutet „America alone““. Sie verwies darauf, dass auch die Charta der Vereinten Nationen Wirtschafts- und Finanzsanktionen ermögliche. „Die Europäer sind der größte Binnenmarkt der Welt. Wenn die Europäer gemeinsam mit anderen Staaten auf dieser Welt diese Dinge beschließen, dann hat das natürlich einen massiven Effekt.“
Mit Blick auf Russlands Krieg in der Ukraine sagte Baerbock, wenn Trump in Grönland Erfolg habe, „dann könnte in Zukunft kein Land auf dieser Welt mehr ruhig und in Frieden schlafen“. Die internationale Ordnung sei unter Attacke.
In Deutschland schlug die Grünen-Fraktionschefin Katharina Dröge den Ausstieg Deutschlands aus Flüssiggaslieferungen aus den USA vor. „Diese Abhängigkeit ist wirtschaftspolitisch und energiepolitisch gefährlich“, sagte Dröge im ZDF-„Morgenmagazin“.
Zuvor hatte der CDU-Außenpolitiker Jürgen Hardt bereits einen Boykott der Männer-Fußball-WM im Sommer als „ultima ratio“ ins Gespräch gebracht, sprich als letztes Mittel angeregt.
Das Turnier findet im Sommer in den USA sowie Mexiko und Kanada statt.