Mutmaßliche Täterin wurde erschossen
„Entweder sie oder wir“ – Neue Details zum Monaco-Attentat
Aktualisiert am 10.07.2026 – 07:43 UhrLesedauer: 4 Min.
Nach dem Bombenanschlag in Monaco ist auch die mutmaßliche Täterin tot. Zwei Ukrainer haben nun vor einem Gericht in Kiew ausgesagt.
Nach dem Bombenanschlag auf den ukrainischen Oligarchen Wadym Jermolajew in Monaco sind vor Gericht in Kiew neue Details zum Tod der Verdächtigen Anastasija B. bekannt geworden. Die 39-Jährige soll am 3. Juli nahe dem Dorf Juriw im Gebiet Kiew erschossen worden sein. Zwei Männer stehen unter Verdacht: Vladislav R., ein aktiver Mitarbeiter des ukrainischen Militärgeheimdienstes HUR, und Vitalii Z., ein früherer Mitarbeiter des ukrainischen Sicherheitsdienstes SBU.
Die Staatsanwaltschaft wirft den Männern vor, Anastasija B. gemeinsam getötet zu haben. In der Anhörung am Donnerstag wurde nach Angaben der „Ukrajinska Prawda“ ein konkreter Tatablauf geschildert: Die Männer sollen die Frau mit einem BMW abgeholt, in ein Waldgebiet gebracht und dort erschossen haben. Die britische BBC berichtete zudem, dass Wladyslaw R. sein früheres Geständnis vor Gericht widerufen habe und nun seinen Mitbeschuldigten belaste.
Die Ukrainerin Anastasija B. war nach dem Sprengstoffanschlag in Monaco von Interpol international gesucht worden. Sie wurde verdächtigt, den Bombenanschlag Ende Juni auf Jermolajew verübt zu haben, bei dem der Geschäftsmann und zwei weitere Personen teils schwer verletzt worden waren. Gegen die 39-Jährige wurde wegen versuchten Mordes, der Platzierung eines Sprengsatzes mit krimineller Absicht sowie Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung ermittelt.
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Verdächtige standen offenbar in Kontakt mit Anastasija B.
Anastasija B. wurde offenbar durch Videoaufnahmen am Tatort identifiziert, auch ihr Auto mit deutschem Kennzeichen sei gesehen worden, hatte die ukrainische Polizei laut Medienberichten mitgeteilt. Bei der Tat soll sie sich als Mann verkleidet und einen Rucksack mit einer Bombe im Foyer von Jermolajews Wohnhaus platziert haben, hieß es.
B. soll den Ermittlern zufolge am 1. Juli zurück in die Ukraine gereist sein. Die Polizei war nach BBC-Angaben über Telefondaten von Anastasija B. auf die beiden Männer aufmerksam geworden. Zudem hätten sie Geld- und Kryptowährungstransfers der Männer an B. festgestellt. Laut „Ukrajinska Prawda“ prüfen die Behörden deshalb auch, ob die beiden Männer mit dem Anschlag in Monaco in Verbindung stehen könnten.
Nach den neuen Angaben der Staatsanwaltschaft sollen sich Vladislav R. und Vitalii Z. am 3. Juli – der Tag an dem Anastasija B. ermordet wurde – zunächst in einem Café im Dorf Bilohorodka im Bezirk Butscha getroffen haben. Anschließend hätten sie B. mit einem schwarzen BMW an einer Fernstraße abgeholt. Auf dem Weg in ein Waldstück nahe Juriw habe Z. eine Schusswaffe und Munition vorbereitet.
