„Grün-braune Schleimklumpen“

Amt rät vom Baden in Bodensee-Seitenarm ab


09.07.2026 – 15:19 UhrLesedauer: 2 Min.

Ausblick auf Lindau (Archivbild): Im Kleinen Arm sollten gerade Hundesbesitzer vorsichtig sein. (Quelle: IMAGO/Alexander Rochau/imago)

Das Wasser erreicht schon fast Badewannen-Temperatur. Das hat Folgen: Ein Gesundheitsamt warnt vor Bakterien, die Hunde töten können.

Wer derzeit am Bodensee baden will, sollte einen Bereich in Lindau meiden: Das Gesundheitsamt rät vorsorglich vom Baden im Kleinen See ab. „Grün-braune Schleimklumpen treiben auf der Wasseroberfläche“, warnt die Stadt. Verantwortlich dafür seien sogenannte benthische Cyanobakterien.

Diese Bakterien siedeln sich demnach normalerweise am Grund von Seen, Flüssen und Tümpeln an. Dort bilden sie auf Steinen und Wasserpflanzen einen schleimigen Biofilm, der auch als „Krötenhaut“ bezeichnet wird.

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Quelle: dpa
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Toxine können für Hunde lebensgefährlich werden

Zum Problem wird jetzt die aktuell hohe Wassertemperatur. Sie ist auf rund 26 Grad gestiegen, zudem begünstigt ein hoher Nährstoffgehalt im Wasser das Bakterienwachstum. Durch die gesteigerte Fotosynthese entstehen der Stadt zufolge kleine Sauerstoffbläschen, die dazu führen, dass sich die Biofilm-Matten vom Gewässerboden lösen und an die Wasseroberfläche treiben.

Cyanobakterien in einem See (Symbolbild): Beim Menschen können sie Durchfall und Hautreizungen auslösen. (Quelle: IMAGO/D. Maehrmann)

Viele benthische Cyanobakterien bilden Toxine. Beim Menschen führen diese Giftstoffe unter anderem zu Hautreizungen und Durchfall, wenn sie verschluckt werden. Für Hunde könnten die Toxine sogar lebensgefährlich sein, warnt die Stadt Lindau.

Das Gesundheitsamt hat laut Mitteilung Wasserproben entnommen und untersucht nun, ob die Bakterien tatsächlich gesundheitsschädliche Toxine enthalten. Bis die Laborergebnisse vorliegen, sollten Badegäste nicht in den Kleinen See gehen. Hunde sollten von dem Gewässer ferngehalten werden.

Niedrigwasser am Bodensee

Unterdessen ist der Bodensee-Pegelstand so niedrig wie noch nie zu dieser Jahreszeit. Am Pegel Konstanz lag der Wasserstand am Donnerstag bei 318 Zentimetern. Damit ist der bisherige Negativ-Rekord unterboten: So wenig Wasser wurde an einem 9. Juli noch nie am Pegel Konstanz festgestellt, wie aktuelle Daten zeigen. Der Wasserstand liegt demnach 113 Zentimeter unter dem langjährigen Mittel für diesen Kalendertag.

Dieser Negativ-Rekord ist auch deshalb bemerkenswert, weil der Bodensee Anfang Juli eigentlich vergleichsweise viel Wasser führt. Seine höchsten Wasserstände erreicht der See laut der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW) See normalerweise Ende Juni, wenn Schmelzwasser aus den Alpen zufließt.

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