Amt sucht Schuldigen

Jäger macht Fund in Gebirge – ein Jahr später kommen Soldaten


11.08.2026 – 10:58 UhrLesedauer: 1 Min.

Bundeswehrsoldaten heben ein Fass an: Offenbar hatte sich jemand in dem Naturschutzgebiet für den Ernstfall vorbereitet. (Quelle: Facebook/Landratsamt Bad Tölz-Wolfratshausen)

Neun blaue Fässer lösen Ärger in einem Naturschutzgebiet aus. Statt mit Fahrzeugen rücken spezialisierte Bundeswehrsoldaten mit Eseln und Pferden an.

Im Naturschutzgebiet Karwendel in den bayerischen Alpen hat ein ungewöhnlicher Fund zu einem Einsatz der Bundeswehr geführt. Wie das Landratsamt Bad Tölz-Wolfratshausen mitteilte, waren in dem schwer zugänglichen Gebiet Ende Juli rund 40 Soldaten im Einsatz.

Ein Jäger hatte im Sommer vergangenen Jahres ein Prepper-Lager in dem Naturschutzgebiet entdeckt, wie das Landratsamt berichtete – bestehend aus neun blauen Fässern mit Lebensmitteln, Kleidung, Batterien und „Gegenständen des täglichen Bedarfs“. Die Lebensmittel seien teilweise bereits seit zwölf Jahren abgelaufen. Offenbar hatte ein Unbekannter die Fässer dort bewusst deponiert, um auf den Krisenfall vorbereitet zu sein.

Problem: Für Fahrzeuge war der Bereich laut den Behörden nicht zugänglich – und für einen Abtransport zu Fuß waren die Fässer zu schwer. Schließlich habe sich Ende Juli dieses Jahres die Möglichkeit ergeben, die Bundeswehr um Unterstützung zu bitten. Spezialisierte Gebirgstruppen aus Bad Reichenhall und mehrere Pferde und Esel waren an der Aktion beteiligt. Mit vereinten Kräften räumten die Soldaten das Prepper-Lager aus, verfrachteten die Fässer per Seilzug und Tragen einen steilen Hang hinunter und luden sie dann auf die Tiere.

An einem rund vier Kilometer entfernten Feldweg wurde der gesamte Müll schließlich von einem Fahrzeug abgeholt und in das nächstgelegene Entsorgungszentrum gebracht. Wer die Fässer in dem Naturschutzgebiet hinterlassen hat, ist laut dem Landratsamt unklar. Die Behörde bat um Hinweise per E-Mail an umwelt@lra-toelz.de.

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