
Für ein Beispiel aus der jüngeren Vergangenheit sollte er nach Paris blicken. Erst nachdem Lionel Messi, Neymar und Sergio Ramos weg waren, entwickelte sich eine richtige Mannschaft, die die Champions League gewann.
Auch die eigene Geschichte könnte für Pérez ein warnendes Beispiel sein. In seiner ersten Zeit als Real-Präsident (2000 bis 2006) machte er es sich zur Aufgabe, „Los Galácticos“, „Die Galaktischen“, zusammenzukaufen. Der Name zählte mehr als der Wert für das Team. So tummelten sich Weltklassespieler wie Zidane, David Beckham, Luís Figo, Ronaldo, Michael Owen und Robinho im Kader der Madrilenen.
Die Bilanz, gemessen an den Ausgaben, war überschaubar: zwei Meisterschaften, ein Champions-League-Sieg, kein einziger Triumph im Pokal.
Die Erwartungen der Vereinsführung liegen nun auf Arbeloa. Das überrascht nicht, gilt der ehemalige Verteidiger doch als Pérez-Liebling. Bereits im Dezember wurde er vom Radiosender Cadena SER ins Spiel gebracht und als „Liebling des Präsidenten“ bezeichnet.
Auch bei den Spielern versuchte Arbeloa in den ersten Tagen zu punkten und gab bei seiner Präsentation zu verstehen: „Die Spieler sind bei Real die Hauptdarsteller, ich will, dass sie sich verwirklichen können und Spaß haben, darum geht es.“ Das Spiel gegen Albacete hat jedoch gezeigt, dass die Hauptdarsteller die Anweisungen ihres Regisseurs offenbar noch nicht verstanden haben. Ob Real mit dieser Mannschaft und dieser Haltung eine Erfolgsgeschichte schreiben kann, darf bezweifelt werden.