
KI soll stattdessen übernehmen
Allianz will in den kommenden Monaten fast 2.000 Jobs streichen
26.11.2025 – 16:28 UhrLesedauer: 2 Min.
Die Allianz plant einen bedeutenden Stellenabbau in ihrer Reiseversicherungssparte. Vor allem Callcenter-Jobs sind betroffen.
Die Reiseversicherungssparte der Allianz steht einem Insider zufolge aufgrund der Fortschritte bei Künstlicher Intelligenz (KI) vor einem größeren Stellenabbau. Bei Allianz Partners sollen 1.500 bis 1.800 Arbeitsplätze in den nächsten zwölf bis 18 Monaten wegfallen, vor allem in Callcentern, wie eine mit den Plänen vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch sagte.
Der Branchendienst „Versicherungsmonitor“ hatte als Erster über die Pläne berichtet. Betroffen seien Frankreich, Großbritannien, Spanien und mehr als 120 von 1600 Arbeitsplätzen in Deutschland. Bei Allianz Partners arbeiten 22.600 Menschen, 14.000 davon beantworten am Telefon Kundenanfragen und nehmen Schadenmeldungen entgegen.
Der Versicherungskonzern wollte sich zu den Abbauplänen noch nicht konkret äußern. Allianz Partners prüfe „derzeit aktiv, wie sich der technologische Wandel auf uns alle auswirken wird“, hieß es in einer Mitteilung. Das könne „auch Auswirkungen auf Rollen haben, die heute stark von manuellen Prozessen geprägt sind.“ Dazu hätten vertrauliche Gespräche mit den Betriebsräten begonnen, sagte eine Sprecherin.
Unter der Marke Allianz Partners hat der Münchner Konzern sein Geschäft mit Reiseversicherungen, Reise-Krankenversicherungen und Asisstance-Dienstleistungen von der Pannenhilfe bis zu Handwerker-Diensten gebündelt. Die Sparte ist seither einer der größten Wachstumstreiber des Versicherers. Wer mit einem Anliegen anruft, landet erst bei einem Sprachcomputer, der die Kunden aber in komplexeren Fällen an einen Mitarbeiter weiterleitet. Einfache Anfragen wie Adressänderungen oder Auskünfte zum Bearbeitungs-Stand lassen sich immer öfter allein mit Hilfe von KI bewältigen. Die Allianz verweist auf eine hohe Kundenzufriedenheit.
Vorstandschef Oliver Bäte hatte groß angelegte Stellenabbau-Programme stets als die Folge schlechter Planung kritisiert und sie deshalb für die Allianz abgelehnt. Mit einer so rasanten technischen Entwicklung sei aber nicht zu rechnen gewesen, sagten Insider.










