Lanbz rügt CDU-Mann

„Alles Nebelkerzen, die Sie hier gerade werfen“


09.09.2026 – 03:50 UhrLesedauer: 3 Min.

Sepp Müller (CDU) im Bundestag (Archivbild). (Quelle: IMAGO/dts Nachrichtenagentur)

Markus Lanz hat Sepp Müller in die Mangel genommen. Der kann sich eine Stichelei gegen Merz nicht verkneifen.

Bundeskanzler Friedrich Merz hat Unionsfraktionsvize Sepp Müller politisch angezählt. Ohne ihn namentlich zu nennen, hatte Merz bei einer Pressekonferenz in Berlin erklärt, Müller sei Spitzenkandidat Sven Schulze in den Rücken gefallen. Der Grund: Nur wenige Tage vor der Wahl in Sachsen-Anhalt hatte Müller erklärt, Schulze dürfe sich nicht mithilfe der Linken zum Ministerpräsidenten wiederwählen lassen. Bei Markus Lanz erklärte Müller am Dienstagabend die historische CDU-Niederlage sei auf einen Verlust an Glaubwürdigkeit zurückzuführen. Und darauf, dass die CDU nicht mehr an ihren Prinzipien festhalte. „Die Leute haben die Nase voll von Dingen, die wir versprechen und nicht umsetzen“, so der Politiker.

„Ist es wichtig für die Glaubwürdigkeit loyal zu sein?“, fragte Lanz, nachdem er aufgezeigt hatte, dass der Unionsfraktionsvize das Wort „Glaubwürdigkeit“ nach der Wahlniederlage inflationär gebraucht hatte. Müller bejahte. Glaubwürdigkeit und Loyalität gehörten also zusammen, schloss Lanz. „Nein“, wehrte der CDU-Mann doch ab. Er sehe Glaubwürdigkeit an vorderer Stelle und Loyalität gehöre dazu, wenn man sie gemeinsam nach außen vertrete.

  • Sepp Müller (CDU), Unionsfraktionsvize
  • Eva Quadbeck, Chefin des „Redaktionsnetzwerks Deutschland“
  • Julius Betschka, „Stern“-Politikredakteur
  • Justus Bender, Autor der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung““

Ob er das gemacht habe, wollte Lanz von Müller wissen. „Selbstverständlich“, antwortete der. Der Bundeskanzler sehe das aber anders, stellte der Moderator klar. Er und die meisten Mitglieder seines Landesverbandes stimmten mit Merz in diesem Punkt nicht überein, antwortete der CDU-Mann. Er akzeptiere die Kritik des CDU-Chefs an ihm jedoch, so Müller. Er wiederhole er den Parteitagsbeschluss weder mit links noch mit rechts zusammenzuarbeiten „immer und immer wieder“, um glaubwürdig zu sein.

Lanz nimmt Müller in die Mangel

Ob es gar nichts mit ihm mache, wenn sein eigener Kanzler ihn so anzähle, wollte Lanz wissen. Er nehme die Kritik „sportlich“, versicherte Müller. „Wer austeilen kann, muss auch einstecken können“, fügte er hinzu. „Wir sind auf die Bretter geschickt worden“, sagte er mit Blick auf die Wahlniederlage in Sachsen-Anhalt. Die CDU habe richtig „aufs Gesicht bekommen“ – und das habe Gründe. Und er habe damit nichts zu tun, fragte Lanz. „Ich hinterfrage mich tatsächlich persönlich auch als stellvertretender Fraktionsvorsitzender“, erklärte Müller.

Warum er Schulze drei Tage vor der Wahl in den Rücken gefallen sei, hakte Lanz provokant nach. Der beharrte, es sei ihm um den Unvereinbarkeitsbeschluss der Union gegangen. Der sei ihm doch nicht kurz vor der Wahl eingefallen, entgegnete Lanz. Es gebe in der CDU viele Mitglieder, die unter der SED gelitten haben, führte Müller aus. „Alles Nebelkerzen, die Sie hier gerade werfen“, rügte Lanz. Ob er Sorge gehabt habe, dass sich Schulze auf die Linke einlasse, wollte Lanz wissen. Schulze habe gesagt, er wolle keinen Minister der AfD oder der Linken am Kabinettstisch, erklärte Müller. „Eine Tolerierung schließen wir genauso aus – diesen Satz hätte ich mir persönlich gewünscht“, fügte er hinzu.

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