Nach Cyberangriff

Alkoholtest-Geräte sperren nüchterne Fahrer aus ihren Autos aus


22.03.2026 – 15:17 UhrLesedauer: 2 Min.

Schlüssel steckt, Motor bleibt aus: Ein Hackerangriff legt ein Atemtest-System lahm. (Quelle: Waldmüller/imago-images-bilder)

Ein Hackerangriff hat das System eines Alkoholtest-Anbieters lahmgelegt. Nun können zahlreiche Fahrer ihre Autos nicht mehr starten – obwohl sie nüchtern sind.

Ein Cyberangriff auf den US-Anbieter Intoxalock hat dazu geführt, dass zahlreiche Autofahrer in den Vereinigten Staaten seit mehr als einer Woche nicht mehr mit ihrem Fahrzeug fahren können. Betroffen sind Nutzer sogenannter Alkohol-Wegfahrsperren – Atemtestgeräte, die in die Zündung eines Autos eingebaut werden. Wer wegen Trunkenheit am Steuer verurteilt wurde, muss vor jeder Fahrt per Atemtest nachweisen, dass er nüchtern ist. Erst dann springt der Motor an.

Das Problem: Die Geräte benötigen alle paar Monate eine Neukalibrierung über die Server des Herstellers. Seit dem Angriff am 14. März sind diese Systeme jedoch nicht erreichbar. Wird eine fällige Kalibrierung verpasst, blockiert das Gerät den Fahrzeugstart – unabhängig davon, ob der Fahrer Alkohol getrunken hat oder nicht.

In Online-Foren wie Reddit schildern Nutzer die Folgen. „Unsere Autos sind gerade nichts als nutzlose Briefbeschwerer, ohne eigenes Verschulden“, schrieb ein Betroffener. Ein anderer berichtete laut dem Portal „Wired“, er werde bei der Arbeit zur Rechenschaft gezogen und fühle sich völlig hilflos.

Nach Angaben von Intoxalock nutzen rund 150.000 Fahrer in 46 US-Bundesstaaten den Dienst jährlich. Gegenüber dem Fachportal „TechCrunch“ erklärte eine Unternehmenssprecherin, man habe einige Systeme vorsorglich abgeschaltet. Einen Zeitplan für die vollständige Wiederherstellung nannte das Unternehmen nicht.

Auf seiner Statusseite teilte Intoxalock mit, dass Werkstätten den betroffenen Geräten eine Fristverlängerung von zehn Tagen gewähren könnten. Fahrern, deren Fahrzeuge bereits gesperrt sind, hilft der Aufschub allerdings wenig. Sie müssen ihr Auto abschleppen lassen und in eine Werkstatt bringen, damit dort die Kalibrierung vorgenommen werden kann – sofern das System wieder funktioniert.

Welche Art von Cyberangriff hinter dem Vorfall steckt, gab Intoxalock bislang nicht bekannt. Ob es sich etwa um eine Ransomware-Attacke handele oder ob Nutzerdaten abgeflossen seien, ließ das Unternehmen offen. Auch zu einer möglichen Kommunikation mit den Angreifern äußerte sich die Firma nicht.

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