«Aktive Truppe so groß wie seit 12 Jahren nicht»

Landesverteidigung

Pistorius: „Aktive Truppe so groß wie seit 12 Jahren nicht“

Aktualisiert am 20.01.2026 – 13:19 UhrLesedauer: 3 Min.

„Wir haben das beste Einstellungsergebnis seit Aussetzung der Wehrpflicht“, sagt Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD). (Quelle: Britta Pedersen/dpa/dpa-bilder)

Die Bundeswehr zählt erstmals seit Jahren wieder merklich mehr Soldaten. Bis zum Ziel von 260.000 Männern und Frauen in der stehenden Truppe ist allerdings noch ein Kraftakt.

Die Bundeswehr ist erstmals seit Jahren deutlich gewachsen und hat nun 184.200 Männer und Frauen in der aktiven Truppe. „Wir haben das beste Einstellungsergebnis seit Aussetzung der Wehrpflicht. Außerdem ist die aktive Truppe so groß wie seit 12 Jahren nicht mehr“, sagte Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) der Deutschen Presse-Agentur weiter. Die Zahl bedeutet einen Anstieg um rund 3.000 Soldatinnen und Soldaten zum Stichtag 31. Dezember 2025.

Die Zahl der freiwillig Wehrdienstleistenden stieg im vergangenen Jahr nach Angaben des Verteidigungsministeriums auf 12.200 – nach 10.300 Männern und Frauen im Jahr 2024. Dies ist ein Plus von mehr als 18 Prozent. Selbstgestecktes Ziel waren allerdings 15.000 freiwillig Wehrdienstleistende. Die Zahl soll in diesem Jahr auf 20.000 junge Männer und Frauen steigen.

Pistorius bezeichnete die wachsenden Personalzahlen als Zeichen für das große Vertrauen in die Bundeswehr. „Die Bereitschaft der jungen Menschen, sich für die äußere Sicherheit Deutschlands einzusetzen, steigt. Das stimmt mich optimistisch, dass sich auch in 2026 viele motivierte und engagierte Männer und Frauen für die Bundeswehr entscheiden werden – ob zivil oder militärisch, ob im neuen Wehrdienst oder länger dienend“, sagte der Minister.

Die Truppe hatte in den vergangenen Jahren trotz umfangreicher Werbekampagnen mit sinkenden oder stagnierenden Personalzahlen zu kämpfen. So war im Jahr 2024 die Zahl der Soldaten trotz mehr Einstellungen erneut leicht auf rund 181.150 Soldatinnen und Soldaten in der aktiven Truppe gesunken.

Um die neuen Nato-Ziele erfüllen zu können, muss die Bundeswehr aber kräftig wachsen. So soll die aktive Truppe bis Mitte der 30er Jahre auf 260.000 Männer und Frauen vergrößert werden. Zudem soll es 200.000 Soldaten in der Reserve geben. Diese Reserve soll wesentlich aus den Männern und Frauen aufgebaut werden, die den neuen Wehrdienst leisten, für den seit Jahresbeginn die gesetzlichen Grundlagen da sind.

Das Verteidigungsministerium weist auf die Dringlichkeit hin. Aus der sicherheitspolitischen Lage, den aktuellen Nato-Verteidigungsplänen und den sich daraus ergebenden Aufgaben ergebe sich ein erheblicher Bedarf an Personal, aber auch Material und Infrastruktur, erklärte eine Sprecherin des Verteidigungsministeriums. Nur wenn dies gelinge, werde Deutschland seinen wesentlichen zu Abschreckung und Verteidigung beitragen können.

Die Bundeswehr hat im vergangenen Jahr mehr als 25.000 Soldaten eingestellt. Das Verteidigungsministerium spricht von einem Plus von 23 Prozent und dem besten Einstellungsergebnis als Freiwilligenarmee seit Aussetzung der Wehrpflicht im Jahr 2011.

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