
Um das Risiko, Verluste zu machen, so gering wie möglich zu halten, sollten Sie Ihr Investment möglichst breit streuen. Gerade für Anfänger gilt deshalb auch bei Aktienfonds: Suchen Sie sich einen Fonds, der möglichst viele verschiedene Aktien von Unternehmen unterschiedlicher Branchen enthält.
Am einfachsten geht das mit so genannten Indexfonds, kurz ETFs, die einen Aktienindex nachbilden. Der bekannteste deutsche Aktienindex etwa ist der Dax, in dem die 30 größten börsennotierten Unternehmen des Landes vereint sind. Das sind zum Beispiel Adidas, BMW, Bayer oder die Lufthansa.
Die Idee eines Indexfonds am Beispiel des Dax: Steigt der durchschnittliche Wert der 30 Unternehmen, legt auch der Kurs des entsprechenden ETFs zu. Fällt der Wert der Unternehmen, gibt auch der Kurs des Indexfonds nach.
Neben dem Dax gibt es noch viele weitere Aktienindizes. Der MSCI World Index etwa bildet zum Beispiel die Wertentwicklung der 1600 größten Unternehmensaktien aus 23 Industriestaaten nach. ETFs, die diesen Index nachbilden, gelten als relativ sicher.
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Eine noch breitere Streuung bietet der Index MSCI All Country World, der Unternehmensanteile der 2.500 größten börsennotierten Firmen der Welt enthält. So deckt er quasi die gesamte Weltwirtschaft inklusive Schwellenländern ab. ETFs, die diesen Index nachbilden, gelten ebenfalls als risikoarm. Schließlich ist es unwahrscheinlich, dass alle abgebildeten Aktienkurse gleichzeitig stark fallen.
In der Regel schon. Das hat mehrere Gründe:
- Kosten: Dadurch, dass ETFs einen Aktienindex nachbilden, sind sie günstiger als herkömmliche Aktienfonds. Es muss schließlich kein Manager bezahlt werden, der den Aktienfonds betreut. Bei ETFs fallen in der Regel pro Jahr Kosten in Höhe von weniger als 0,3 Prozent der Anlagesumme an. Aktiv gemanagte Fonds verlangen bisweilen bis zu fünf Prozent der Anlagesumme.
- Erträge: ETFs erzielen bei breiter Streuung langfristig eine mindestens genauso hohe, oft sogar eine höhere Rendite als klassische aktiv gesteuerte Aktienfonds. Das liegt daran, dass es selbst Experten nur selten gelingt, exakte Prognosen über künftige Marktentwicklungen zu machen – um so bessere Renditen zu erwirtschaften als die breite Masse der Anleger.
Eine Studie des amerikanischen Unternehmens Dow Jones Indexes, das verschiedene Aktienindizes anbietet etwa zeigt: Auf zehn Jahre bleiben mehr als 95 Prozent der aktiv gemanagten amerikanischen Aktienfonds hinter der Wertentwicklung des Aktienindex S&P 500 zurück. ETFs, die diesen Index mit den 500 größten amerikanischen Firmen nachbilden, erzielen also eine höhere Rendite als die meisten amerikanischen Aktienfonds, die ein Manager steuert. - Transparenz: Ein weiterer Vorteil von ETFs ist die größere Transparenz im Vergleich zu herkömmlichen Aktienfonds. Da ein ETF einen bestimmten Index nachbildet, wissen Sie als Anleger zu jedem Zeitpunkt, welche Aktien der Fonds enthält. Aktiv gemanagte Fonds sind häufig weniger transparent, Anleger erfahren oft nur mit Zeitverzögerung oder an einem bestimmten Stichtag, aus welchen Aktien sich der Fonds gerade zusammensetzt.
Wie immer am Aktienmarkt gilt auch im Falle von Aktienfonds: Je länger Sie Ihr Geld anlegen, desto geringer ist das Risiko, Verluste zu machen. Denn langfristig gleichen sich kurzfristige Kursschwankungen aus. Experten empfehlen deshalb, dass Sparer ihr Geld mindestens 15 Jahre oder sogar länger anlegen sollten.
Über diesen Zeitraum erwirtschaften Sie in der Regel auch eine gute Rendite, wie sich am Beispiel des Dax zeigt: In den vergangenen 20 Jahren ist der Wert eines ETFs, der den Index nachbildet, um mehr als 80 Prozent gestiegen. Ein Grund dafür ist der Zinseszins-Effekt. Angelegtes Geld vermehrt sich jedes Mal, wenn neues Geld, das vorher erwirtschaftet wurde, dazu kommt.
Wie erwähnt gibt es verschiedene Arten von Fonds. Sie unterscheiden sich in der Anlageform, die sie abbilden. Anlageformen sind neben Aktien etwa Anleihen, Rohstoffe oder Immobilien. Zusätzlich gibt es Fonds, die eine Kombination unterschiedlicher Anlageformen bieten, so genannte Mischfonds.
- Aktienfonds sind Fonds, die ausschließlich in Aktien investieren. Es gibt aktive Aktienfonds, die ein Fondsmanager betreut, und passive Aktienfonds, die einen Aktienindex wie zum Beispiel den Dax mithilfe eines Computeralgorithmus nachbilden. Passive Aktienfonds nennt man auch Indexfonds, oder kurz ETFs. Sie sind deutlich günstiger als aktive Aktienfonds und bieten eine breite Streuung Ihres Geldes über verschiedene Unternehmen.
- Rentenfonds enthalten keine Aktien, sondern Anleihen. Das Wort „Rente“ hat in diesem Fall nichts mit Ihrer Rente im Alter zu tun. In der Finanzwelt ist damit vielmehr ein Wertpapier gemeint, mit dem Privatpersonen einem Unternehmen oder einem Staat Geld gegen die Zahlung eines Zinses leihen. Dieses Wertpapier heißt auch Anleihe. Der Zins dieser Anleihe hängt von der Höhe des jeweiligen Risikos ab, In der Regel sind Rentenfonds geringeren Kursschwankungen ausgesetzt und gelten deshalb als risikoärmer.
- Ein Mischfonds kombiniert verschiedene Anlagemöglichkeiten miteinander. Das bedeutet, er investiert zum Beispiel sowohl in Aktien, aber auch in Anleihen. Ebenso kann er auch in Gold oder Immobilien investieren. Sollten Sie sich für die Anlage in einen Mischfonds interessieren, überprüfen Sie, wie hoch der jeweilige Anteil an sicheren und im Vergleich dazu an renditestarken Anlagemöglichkeiten ist. Im Zweifelsfall verzichten Sie auf etwas Rendite, um Ihr Risiko zu senken.
Es ist relativ unwahrscheinlich, dass eine Fondsgesellschaft Konkurs anmeldet. Falls es dennoch passiert, brauchen Sie sich davor nicht zu fürchten. Ihr Geld ist als so genanntes Sondervermögen nämlich geschützt.
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Das bedeutet: Die Fondsgesellschaften sind verpflichtet, das Anlagegeld getrennt von ihrem eigenen Geld zu verwahren – bei einer unabhängigen Depotbank. Im Falle einer Insolvenz des Fondsanbieters wird dieses Geld nicht vom Insolvenzverwalter angetastet.
Aktienfonds sind eine attraktive Möglichkeit, langfristig Vermögen aufzubauen – mit der Chance auf bessere Renditen als klassische Sparprodukte und gleichzeitig einer Risikostreuung durch Fonds. ETFs bieten besonders kostengünstige und transparente Alternativen zu aktiv gemanagten Fonds. Wichtig ist eine kluge Auswahl des Fonds und eine ausreichend lange Anlagedauer.