Streiks und hohe Kerosinkosten
Lufthansa stellt Betrieb von Tochterfirma ein
Aktualisiert am 16.04.2026 – 14:37 UhrLesedauer: 2 Min.
Aufgrund massiver Streikwellen und hohen Kerosinkosten hat die Lufthansa ihre Tochterfirma City Line eingestellt. Die Mitarbeitenden sind fast alle freigestellt.
Die Lufthansa-Gruppe stellt den Betrieb der Lufthansa Cityline mit sofortiger Wirkung temporär ein. Grund dafür sollen die massiven Streikwellen und hohe Kerosinkosten sein. Das berichtet unter anderem das „Handelsblatt“ unter Berufung auf eine ihnen vorliegende interne Information. Bis auf wenige Ausnahmen würden alle Beschäftigten freigestellt.
Bis auf Weiteres werden keine Flüge mehr abgehalten. „Wir mussten nach umfänglicher Prüfung den Beschluss fassen, den Cityline-Flugbetrieb vorerst bis auf Weiteres temporär stillzulegen“, zitiert das „Handelsblatt“ aus dem Schreiben. Cityline hatte bisher Zubringerflüge etwa von Frankfurt nach München übernommen.
Wegen des Kriegs im Iran und der Blockade der Seestraße von Hormus waren die Energiepreise weltweit gestiegen. Am Donnerstag warnte Fatih Birol, Chef der Energieagentur IEA vor einem Engpass an Kerosin. Nach seinen Angaben reichen die Vorräte „noch sechs Wochen oder so“.
Hintergrund des Streiks beim Bordpersonal sind auch geplante Umstrukturierungen im Konzern und Ausweichen in billigere Tarifstrukturen. So streitet die Kabinengewerkschaft Ufo für einen Sozialtarifvertrag, weil die Airline im kommenden Jahr ohnehin geschlossen werden soll. Nun macht das Lufthansa-Management Cityline erst einmal dicht.
Beobachter machen für die verfahrene Situation neben den hohen Energiekosten auch das Management um Lufthansa-Chef Carsten Spohr verantwortlich. Experte Linus Benjamin Bauer vom Beratungsunternehmen BAA & Partners sagte der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“: „Wenn das Management aber offen kommuniziert, dass Wachstum bewusst außerhalb der tarifgebundenen Kernmarke stattfindet, ist der Streik nicht irrational – er ist die logische Antwort auf eine Strategie, die die eigene Belegschaft als Kostenproblem rahmt.“
