
Pakistan droht mit Abschiebung
Wie viele Afghanen warten noch auf Einreise nach Deutschland?
26.11.2025 – 14:27 UhrLesedauer: 2 Min.
Inmitten drohender Abschiebungen hat Deutschland 52 Afghanen aus Pakistan aufgenommen – trotz eines ursprünglichen Aufnahmestopps.
Zusätzlich hatte ein Flug mit 52 Schutzsuchenden, der bereits in der vergangenen Woche in Berlin und Hannover landete, erneut Fragen zur Linie der Bundesregierung aufgeworfen: Sie hat die Aufnahmeprogramme ausgesetzt und Betroffenen sogar Geld angeboten, wenn sie auf ihre Einreise verzichten. Für die rund 2.000 Menschen, die weiterhin in Pakistan ausharren, zeigt der Flug jedoch, dass Aufnahmen trotz politischer Blockaden weiter möglich sind.
Derzeit warten rund 2.000 afghanische Schutzberechtigte, überwiegend in Pakistan, auf ihre Ausreise nach Deutschland. Sie alle verfügen über eine grundsätzliche Aufnahmezusage – entweder als ehemalige Ortskräfte deutscher Institutionen oder als besonders gefährdete Personen, die aufgrund ihres Engagements für Menschenrechte, Medien, Justiz oder Zivilgesellschaft unter den Taliban verfolgt werden könnten.
Die Identitäts- und Sicherheitsprüfung bleibt schwierig: Zwischen 2021 und 2023 tauchten immer wieder gefälschte Dokumente auf. Deshalb führen deutsche Behörden in Islamabad inzwischen verpflichtende Sicherheitsinterviews durch. Erst nach erfolgreichem Abschluss wird eine Zusage erteilt.
Seit 2013 wurden rund 20.000 Menschen über das Ortskräfteverfahren aufgenommen, rund 14.000 über Menschenrechtslisten und ein Überbrückungsprogramm und etwa 1.400 über das Bundesaufnahmeprogramm Afghanistan. Insgesamt kamen so gut 36.000 Afghaninnen und Afghanen nach Deutschland – deutlich weniger als ursprünglich erwartet.
Viele zugesagte Plätze sind noch immer nicht umgesetzt. Programme mussten mehrfach ausgesetzt werden, zuletzt zwischen März und Juni 2023, weil Identitätsprüfungen laut Bundespolizei „unter herausfordernden Bedingungen“ stattfanden. Seit dem Regierungswechsel dürfen zudem nur Menschen einreisen, die ihre Visa vor Gericht erstritten haben. Der Flug mit 52 Personen war erst der sechste nach dem Programmstopp.
Die schwarz-rote Bundesregierung hat das Aufnahmeprogramm im Mai weitgehend gestoppt. Einreisen dürfen aktuell nur Personen mit vorliegender Zusage und erfolgreicher Klage. Das Innenministerium prüft jedoch, ob wieder Charterflüge organisiert werden können. Gleichzeitig steht die Regierung wegen ihres Angebots, Afghanen gegen Geld aus dem Verfahren zu drängen, in der Kritik. Organisationen wie „Kabul Luftbrücke“ sprechen von einem Kurswechsel zulasten besonders gefährdeter Personen. Die Regierung verweist auf „realistische Optionen“ angesichts drohender Abschiebungen in Pakistan.









