Es werde der Vorwurf erhoben, Jacobi habe dem Rest des Vorstands die Dokumente vorenthalten. Die anderen Vorstandsmitglieder sollten demnach damit in dem Glauben bleiben, „die zentralen Beweisstücke seien nicht vorhanden und auch nicht beibringbar“, schrieb der WDR nach der Sitzung ohne Nennung von Namen. Ein Vorstandsmitglied teilte laut Bericht mit, deswegen habe man den Vorwurf der Urkundenfälschung in einem laufenden Parteiausschlussverfahren gegen Esser gestrichen.
Esser nutzte nun auch die Berichterstattung des WDR über die Verstimmungen im Landesvorstand zügig. Er schickte am Donnerstag eine E-Mail unter anderem an AfD-Bundesgeschäftsführer Malcomeß mit dem Betreff „Berichterstattung WDR, Aussage Jacobi“. Auch diese E-Mail liegt t-online vor.
Darin erhebt Esser den Vorwurf, Jacobi habe sich „auf illegale Art und Weise Daten besorgt, die es – aufgrund geltender Datenschutzvorschriften – gar nicht mehr geben dürfte“. Das sei datenschutz-, straf- und zivilrechtlich relevant. Er wolle Anzeige erstatten.
Esser schrieb weiter: Jacobi belaste zudem die Bundesgeschäftsstelle schwer, indem er angebe, die Daten von der BGS besorgt zu haben, „die angeblich Zugriff auf ein altes Postfach“ habe. Die solle ihm nun mitteilen, ob das stimme.
AfD-Bundesgeschäftsführer Malcomeß Antwort ist lang, klingt wenig erfreut und ungeduldig. Er schmettert Essers Vorwürfe gegen Jacobi sowie die vermuteten Fehler der BGS ab. „Der von Ihnen erhobene Vorwurf, dass auf illegale Art und Weise Daten besorgt worden sein sollen, kann nicht ansatzweise nachvollzogen werden und wird deshalb zurückgewiesen“, schreibt Malcomeß.
