Neue Forsa-Umfrage
AfD überholt CDU in Nordrhein-Westfalen – Druck auf Merz steigt
23.09.2026 – 08:57 UhrLesedauer: 2 Min.
Erstmals liegt die AfD in einer Umfrage zur Bundestagswahl in Nordrhein-Westfalen vor der CDU. Auch für Ministerpräsident Hendrik Wüst sind die Zeichen klar.
Die AfD ist in einer Umfrage zur Bundestagswahl in Nordrhein-Westfalen erstmals stärkste Kraft. In einer aktuellen Befragung des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag des „Kölner Stadt-Anzeiger“ landet die Partei mit 24 Prozent knapp vor der CDU (22). Dahinter folgen die Grünen mit 18 Prozent fast sechs Prozent über ihrem Wahlergebnis von 2025. Den vierten Platz belegt die SPD mit 14 Prozent.
Schon bei den Kommunalwahlen im vergangenen Jahr hatte die AfD ihr Ergebnis fast verdreifacht und war im Landesergebnis mit 14,5 Prozent drittstärkste Kraft in Nordrhein-Westfalen hinter SPD und CDU geworden. Im Bundestrend liegt die in Teilen als rechtsextrem eingestufte Partei seit Monaten in den Umfragen an der Spitze, konnte in Nordrhein-Westfalen bislang die CDU allerdings nicht überholen.
Forsa-Umfrage in Nordrhein-Westfalen: AfD überholt CDU erstmals
Dass es die AfD in Nordrhein-Westfalen schwerer hat, als beispielsweise in den ostdeutschen Bundesländern, zeigt auch eine parallel durchgeführte Umfrage zur Landtagswahl. In NRW liegt die CDU mit 29 Prozent weiterhin klar an der Spitze, rutscht erstmals in der Amtszeit von Ministerpräsident Hendrik Wüst allerdings unter die 30-Prozent-Marke. Die AfD steigert sich auch hier auf 22 Prozent, sie würde ihr Ergebnis von 2022 (5,4 Prozent) mehr als vervierfachen.
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Zwar liegt die NRW-CDU damit immer noch über dem Bundestrend, auch im mitgliederstärksten Verband wächst die Sorge vor einem Erstarken der AfD. Die Grünen als Koalitionspartner halten als bislang einzige Partei ihr Ergebnis von 18 Prozent in den Umfragen, zusammen kommt die Landesregierung nur noch auf 47 Prozent. Die SPD, jahrzehntelang stärkste Kraft in NRW, rutscht auf 14 Prozent ab.
Friedrich Merz: Zufriedenheit in NRW auf historischem Tiefsstand
Dahinter könnte es einen Wechsel im Landtag geben. Die Linke könnte erstmals seit 2012 wieder im Landtag sitzen, liegt in den Umfragen derzeit bei acht Prozent. Die FDP, die zuletzt aus mehreren Landtagen geflogen war, bleibt dagegen mit drei Prozent deutlich unter der Fünf-Prozent-Hürde. Andere Umfragen hatten sie zuletzt trotz der Krise bei den Liberalen knapp im Landtag gesehen.
Die Zufriedenheit mit Bundeskanzler Friedrich Merz ist in seinem eigenen Landesverband wider Erwarten nicht besser als auf Bundesebene. Die Forsa-Umfrage zeigt: Nur elf Prozent der Befragten in NRW sind mit der Arbeit des Kanzlers zufrieden, ebenso viele wie im Bundestrend. Der als Nachfolger gehandelte Hendrik Wüst ist dagegen deutlich populärer: Mit seiner Arbeit sind 46 Prozent der Befragten einverstanden.
