
Veranstaltung mit Sellner
Jetzt greift die AfD-Spitze ein
Aktualisiert am 15.01.2026 – 23:26 UhrLesedauer: 2 Min.
Die AfD-Spitze hat offenbar zwei Bundestagsabgeordnete zurückgepfiffen. Diese hatten den Rechtsextremen Martin Sellner eingeladen.
Die Parteichefs Alice Weidel, Tino Chrupalla sowie Springer bestätigten der dpa einen entsprechenden „Welt“-Bericht. Demnach gab es ein Gespräch Chrupallas, Weidels und Springers mit Steffen Kotré. Man gehe nach dem Gespräch davon aus, dass die Veranstaltung nicht stattfinde, sagte Chrupalla der Zeitung „Welt“.
Lena Kotré hatte bei X für den 22. Januar einen Vortrag mit dem Titel „Remigration in Theorie und Praxis“ im brandenburgischen Luckenwalde mit Sellner angekündigt. Als Teilnehmer waren auch sie selbst und ihr Mann aufgeführt. Springer sagte der dpa: „Der Landesvorstand war über Planung und Durchführung der betreffenden Veranstaltung nicht informiert und hatte hiervon keine Kenntnis.“
Der Verfassungsschutz stuft die Identitäre Bewegung – Sellner ist deren führende Figur – als rechtsextremistisch ein. Die Personalie Sellner war dem „Welt“-Bericht zufolge im vergangenen Jahr mehrmals Thema im AfD-Bundesvorstand, wo geraten worden sei, zu dem österreichischen Identitären auf Abstand zu gehen.
„Welt“ zitierte den Österreicher mit den Worten: „Ich harre der Dinge, die kommen, und gebe bis zu einer endgültigen Entscheidung keinen Kommentar ab.“
Vor genau zwei Jahren hatte ein Bericht des Mediums „Correctiv“ über ein „Geheimtreffen“ von Sellner mit AfD- und CDU-Politikern in Brandenburg zum selben Thema zu bundesweiten Massenprotesten gegen die AfD geführt. Auslöser dafür waren vor allem die laut „Correctiv“ bei dieser Veranstaltung besprochenen Pläne von Sellner zur „Vertreibung von Millionen Menschen aus Deutschland“, die sich demnach auch gegen „nicht-assimilierte“ Staatsbürger mit Migrationshintergrund richten sollten.