Sorge vor Regierungsbeteiligung der AfD

Zentralrat der Juden: „Gefahr für jüdisches Leben in Deutschland“


11.12.2025 – 18:44 UhrLesedauer: 2 Min.

Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland: Juden in Deutschland würden sich vermehrt aus der Öffentlichkeit zurückziehen. (Quelle: IMAGO/Jürgen Heinrich/imago-images-bilder)

Der Vorsitzende des Zentralrats der Juden warnt eindringlich vor den politischen Entwicklungen im Land. Schuster sieht einen deutlichen Anstieg antisemitischer Vorfälle in Deutschland.

Der Vorsitzende des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, hat vor einem Erstarken der AfD gewarnt. „Eine Regierungsbeteiligung der AfD auf Bundesebene wäre eine echte Gefahr für jüdisches Leben in Deutschland“, erklärte Schuster t-online.

Doch auch jetzt schon würde er einen deutlichen Anstieg des Antisemitismus in Deutschland wahrnehmen. „Fast jede zweite jüdische Gemeinde meldete für 2024 antisemitische Vorfälle wie Schmierereien, Beleidigungen, Drohungen und Hassposts online,“ so Schuster.

In der jüdischen Gemeinde in Deutschland sieht Schuster aber bislang noch keine nennenswerte Emigration von Juden. Er beobachte allerdings, dass sich jüdische Menschen als Reaktion auf die gestiegenen Fälle von Antisemitismus aus der Öffentlichkeit in geschützte Räume zurückziehen. „Diese Entwicklung macht mir Sorge, denn ich möchte in einem Deutschland leben, in dem das Judentum Teil des gesellschaftlichen und demokratischen Selbstverständnisses ist“, so Schuster.

Er erwarte daher von allen Parteien der demokratischen Mitte, dass diese konstruktiv an den Lösungen der gesellschaftlichen Probleme arbeiten. Nur so könne es gelingen, den Zulauf der Parteien an den extremen Rändern zu unterbinden.

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