Er ahnte da nicht, dass er sich mit den Bildern selbst belasten würde und sie noch Empörung auslösen sollten. Er hat sie nicht selbst veröffentlicht, aber eine starke Vermutung, wer sie weitergegeben haben könnte. Nach der Trennung von seiner Frau hätten Unbekannte versucht, ihm zu schaden, so stellt er es dar.

Dass da in seiner Immobilie die Dorfjugend ihr Unwesen treibt, sei ihm schlagartig bewusst geworden, als er davor junge Leute mit einer an ein Fahrrad gebundenen und auf dem Boden schleifenden Deutschlandfahne gesehen habe. „Ich habe plötzlich realisiert: Das ist ja unsere Fahne aus dem Volkshaus, die haben sich die geholt.“ In Rage sei er hineingestürmt. „Ich war natürlich wütend.“

All die Umstände seien nicht öffentlich geworden, als die demütigenden Bilder gezeigt wurden. Allerdings antwortete er damals auf eine kurzfristige Anfrage des NDR auch nicht. Er habe auch schnell von den jungen Leuten abgelassen und niemanden angezeigt. Von den Leuten zu verlangen, die Fahne sauberzulecken, sei eine spontane Reaktion gewesen, und er habe auch schnell gesagt, sie sollten aufhören, rechtfertigt sich Steinbeck heute. „Das gibt ja auch gar keinen Sinn, und ich will keine Sabber dranhaben.“

Aus seiner Sicht stellt das Weglassen der Umstände Hetze und Stimmungsmache dar, die jetzt zum Übergriff auf ihn geführt hätten. Der Antifa rechnet er den Täter nicht zu, „aber er hat sich aufhetzen lassen“. Im Ort, behauptet er, habe es viel Verständnis für ihn gegeben, „dass ich das so geregelt hatte“. Die Behörden haben bislang allerdings nicht viel Verständnis. Der Staatsanwaltschaft Schwerin zufolge laufen Ermittlungen gegen Steinbeck wegen gefährlicher Körperverletzung, Beleidigung, Bedrohung und Nötigung. Steinbeck wundert sich und sagt, er habe wegen dieses Vorfalls nie etwas Entsprechendes bekommen. Ein Verfahren gegen die jungen Leute liegt dort nicht vor.

Bei der Staatsanwaltschaft wird dafür ein anderes Verfahren geführt, das im August 2025 viel Wirbel machte und dazu beitragen könnte, dass sich Steinbeck als Verfolgter darstellt. In Steinbecks Wohnhaus gab es eine Waffen-Razzia. Das Anwesen, ein Gutshaus, war bis dahin durch eine andere Sammlung bekannt. Dort hatte es 2016 eine AfD-Spendenveranstaltung mit Alexander Gauland gegeben

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