
Debatte um Brandmauer
Weitere Verbände öffnen sich der AfD
26.11.2025 – 13:42 UhrLesedauer: 3 Min.
Der Familienunternehmerverband steht wegen seiner Bereitschaft zu einem Dialog mit der AfD in der Kritik. Jetzt betonen weitere Verbände ihre Offenheit.
Mehrere andere Verbände zeigen jetzt allerdings deutlich weniger Distanz zur AfD und ihren Positionen. Wie „Bild“ berichtet, sagte etwa Friedemann Berg vom „Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks“, man gehe nicht aktiv auf die AfD zu, signalisierte jedoch Offenheit.
„Die Haltung der AfD zur Europäischen Union, zur russischen Diktatur und zum russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine sowie zum Thema Remigration erschweren den Dialog mit der AfD. Wenn die AfD aber anfragt oder um ein Gespräch bittet, gebietet der Respekt vor dem Abgeordnetenamt, mit der AfD zu sprechen“, hieß es auf Anfrage des Mediums.
Max von Elverfeldt, Präsident der „Familienbetriebe Land und Forst“, geht noch weiter und plädiert laut „Bild“ für einen Austausch mit der AfD. „Interessenverbände sind ihren Mitgliedern verpflichtet und entsprechend unparteiisch. Sie müssen daher mit allen demokratisch gewählten Parteien in Austausch treten können, auch wenn deren Positionen von den eigenen Interessen oder Überzeugungen abweichen. Nur so können sie ihre Aufgaben erfüllen und die Anliegen ihrer Mitglieder wirksam vertreten“, sagte er dem Medium.
Der „Spiegel“ berichtet zudem, dass mittlerweile auch der Verband der Unternehmerinnen (VDU) einen Dialog mit der AfD pflege. Auf Anfrage des Mediums hieß es von der Vorsitzenden des VDU-Landesverbands Württemberg, Iris Rosenbauer, und ihrer VDU-Kollegin Amela Turkmanovic, man habe sich gemeinsam dazu entschieden, alle Spitzenpolitiker einzuladen.
Konkret geht es hier um eine politische Veranstaltung in der vergangenen Woche, bei der die Verbände „Die Familienunternehmer“, dessen Tochterverband „Die Jungen Unternehmer“ und der VDU in die Räume des Familienunternehmens Lapp, einem Kabelhersteller in Stuttgart, einluden. Unter den Gästen war auch der AfD-Politiker Markus Frohnmaier, der Landesvorsitzende der AfD und Ex-Chef der Ex-AfD-Nachwuchsgruppe Jungen Alternative.
Wie der „Spiegel“ berichtet, distanzierte sich der VDU-Bundesverband am Dienstagabend von der Veranstaltung, die der Landesverband Württemberg eigenständig organisiert habe. „Für den VDU-Landesverband Württemberg war es das erste und auch letzte Mal, dass ein AfD-Politiker Teil eines solchen Formats war“, so die Bundesverbands-Geschäftsführerin Evelyne de Gruyter. „Der Bundesvorstand und die Geschäftsstelle des Verbands der Unternehmerinnen haben dem VDU-Landesverband Württemberg im Vorfeld von dieser Kooperationsveranstaltung deutlich abgeraten und distanzieren sich ausdrücklich davon.“
Der Verband der Familienunternehmer hatte bereits im Oktober zu einem Parlamentarischen Abend in einer Niederlassung der Deutschen Bank in Berlin erstmals auch Vertreter der AfD eingeladen. Präsidentin Marie-Christine Ostermann sagte dem „Handelsblatt“, das „Kontaktverbot“ zu AfD-Bundestagsabgeordneten sei aufgehoben worden.










