Ärmere verlieren Geld beim Sparen – Reiche machen Rendite

Bundesbank-Analyse

Ärmere Haushalte verlieren Geld beim Sparen


15.01.2026 – 14:50 UhrLesedauer: 3 Min.

Eine Frau prüft ihre Finanzen (Symbolbild): Sparen mit einem herkömmlichen Konto schützt nicht vor Kaufkraftverlust. (Quelle: Kemal Yildirim/getty-images-bilder)

Wer wenig hat, spart meist „sicher“ und verliert real Geld. Doch auch aus kleinen Beträgen ließe sich mehr machen. Die Bundesregierung plant dafür Anreize.

Viele Menschen in Deutschland legen regelmäßig Geld zurück, doch sie profitieren davon nicht in gleichem Maße. Wie eine Auswertung der Bundesbank zeigt, haben vermögensärmere Haushalte im dritten Quartal 2025 sogar eine negative reale Rendite erzielt. Ihr Geld hat also nach Abzug der Inflation an Wert verloren. Besser schnitten dagegen Haushalte ab, die stärker am Kapitalmarkt investiert sind.

Die Bundesbank macht damit ein Problem sichtbar, das viele Menschen im Alltag spüren: Das Geld auf dem Konto wird zwar in absoluten Zahlen nicht weniger, aber sie können sich davon weniger leisten – sei es beim Einkauf im Supermarkt, beim Wohnen oder bei Ausgaben in ihrer Freizeit. Dass dem so ist, liegt auch an der Art, wie vermögensärmere Haushalte sparen.

Laut Bundesbank liegt das Geldvermögen ärmerer Haushalte fast ausschließlich in Einlagen wie Girokonto oder Tagesgeld sowie in Versicherungsansprüchen wie Lebensversicherungen. Das gilt als sicher, bringt aber häufig nur geringe Erträge.

Genau hier liegt das Dilemma: Wenn die Zinsen niedrig sind, die Preise aber weiter steigen, wird Sparen real zum Verlustgeschäft. Wer sein Geld nicht investiert, verliert langfristig Kaufkraft, selbst dann, wenn er regelmäßig etwas zurücklegt.

Anders sieht es bei den vermögendsten Haushalten aus. Laut Bundesbank stieg die reale Rendite für die vermögendere Hälfte insgesamt leicht, weil sie ihr Geld anders anlegen. Diese Haushalte profitieren vor allem von Kapitalmarktanlagen, also etwa Aktien und Investmentfonds. Gerade diese Anlageformen haben im dritten Quartal 2025 besonders gut abgeschnitten.

Die Bundesbank nennt als Grund eine robuste Entwicklung der globalen Aktienmärkte, vor allem in den USA und in Asien. Wer dort investiert war, konnte deutliche Wertsteigerungen verbuchen, auch wenn es gleichzeitig Handelsspannungen und geopolitische Unsicherheiten gab. Das Ergebnis: Wer mehr Kapitalmarktanteile besitzt, hat bessere Chancen, die Inflation zu schlagen.

Die Bundesbank-Zahlen zeigen zwar eine klare Ungleichheit, aber sie bedeuten nicht, dass Aktien oder Fonds nur etwas für Wohlhabende sind. Im Gegenteil: Auch mit kleinen Beträgen können Haushalte langfristig investieren, etwa über ETF-Sparpläne.

Während viele klassische Sparformen kaum Rendite bringen, können ETF-Sparpläne trotz Schwankungen an der Börse langfristig helfen, Vermögen aufzubauen und die Inflation auszugleichen. Viele Banken und Depotanbieter machen diese Art des Sparens bereits ab wenigen Euro im Monat möglich.

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