Kaderumbau am Millerntor

St. Pauli nach dem Abstieg: Wer bleibt und wer geht


Aktualisiert am 18.05.2026 – 13:38 UhrLesedauer: 3 Min.

Hauke Wahl liegt am Boden: Nach der Heimpleite gegen den VFL Wolfsburg ist der Abstieg offiziell. Ob Wahl bleibt, ist ungewiss. (Quelle: IMAGO/Finn Weidmann/imago)

Der FC St. Pauli steigt aus der Bundesliga ab. Für den Kader und den Trainerstab bedeutet das große Umwälzungen. Was bisher bekannt ist.

Als die Fans nach dem Abpfiff am Millerntor „You’ll never walk alone“ anstimmten, konnte auch der Mannschaftskapitän die Tränen nicht mehr zurückhalten: Jackson Irvine, der lange verletzte Mittelfeldmann des FC St. Pauli, bedankte sich weinend bei den Fans. Für ihn und seine Mannschaftskollegen ist der Ausflug in die erste Fußballbundesliga Geschichte. Abstieg, Liga 2, nach nur zwei Jahren im Oberhaus.

Für Irvine geht es wohl auch in der zweiten Liga weiter am Millerntor. Er hat sich klar zum Verein bekannt. Der Kapitän, dessen Vertrag noch ein Jahr läuft, erklärte unmittelbar nach dem Spiel gegen Wolfsburg: „Ich werde hier sein. Das ist meine Heimat. Ich war Teil von etwas Besonderem hier.“ Tatsächlich lebt der Australier nicht weit vom Stadion entfernt, identifiziert sich stark mit der Haltung des Vereins. Auch seine Frau ist im Viertel verwurzelt.

Enttäuscht, traurig, frustriert, ratlos: Jackson Irvine nach dem Abpfiff am Millerntor gegen den Vfl Wolfsburg. (Quelle: IMAGO/Michael Taeger/imago)

Mit seinem angekündigten Verbleib könnte der Australier dem stark umbruchgefährdeten Mittelfeld zumindest etwas Stabilität geben. Gerade dort stehen mehrere personelle Veränderungen bevor.

Umbruch im Mittelfeld

Im Mittelfeld dürfte Joel Chima Fujita einer der prominentesten Abgänge werden. Der Japaner soll kaum Interesse an Zweitligafußball haben, zudem könnte ein Transfer dem Verein eine hohe Ablösesumme einbringen. Sein aktueller marktwert wird auf rund zehn Millionen Euro geschätzt. Damit ist der Mittelfeldspieler vom Bundesligisten FC St. Pauli der wertvollste Spieler in der Vereinsgeschichte des Kiezklub. Auch Eric Smith gilt weiterhin als wechselwillig, wobei sein Marktwert von rund sechs Millionen Euro deutlich unter dem möglichen Erlös für Fujita liegen dürfte. Die Leihe von James Sands endet ebenfalls, eine weitere Zusammenarbeit erscheint wegen der sportlichen Perspektive unwahrscheinlich. Offen ist zudem die Zukunft von Connor Metcalfe, der sich nach zwei schwierigen Jahren zunächst auf die Weltmeisterschaft konzentrieren möchte. Ob er bleibt? Ungewiss.

Nikola Vasilj wird den Verein dagegen auf jeden Fall verlassen. Der Torwart machte nach dem Abstieg keinen Hehl daraus, dass seine Zeit am Millerntor endet: „Das war’s für mich. Es waren fünf wunderschöne Jahre, an die ich mich immer erinnern werde. Ich bin stolz auf diesen Verein und seine Fans.“ Der bosnische Nationalkeeper würde laut Bericht gern in der Bundesliga bleiben, zudem soll es Interesse aus der Türkei und dem arabischen Raum geben, berichtet das“Abendblatt“. Seine Nachfolge könnte Ben Voll antreten, dem beim FC St. Pauli großes Potenzial zugetraut wird. Voll hatte in der zweiten Runde des DFB-Pokals gegen Hoffenheim im Elfmeterschießen eine brillante Leistung gezeigt.

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