
1. FC Köln
Anzeichen für Abschied? FC-Star erstmals seit zwei Jahren auf der Bank
26.01.2026 – 03:41 UhrLesedauer: 2 Min.
Eric Martel hat die 1:2-Niederlage des 1. FC Köln beim SC Freiburg lange Zeit von der Bank aus verfolgen müssen. Kündigt sich damit nun sein Abschied an?
Als Eric Martel vor dem Anpfiff der Partie des 1. FC Köln beim SC Freiburg (1:2) auf der Bank im Europa Park Stadion Platz nahm, war dies für den 23-Jährigen ein ungewohntes Gefühl. In den bisherigen 107 Erst- und Zweitliga-Spielen, die Martel für den FC bestritt, stand er 100 Mal in der Startelf. In den vergangenen fast zwei Jahren geschah dies sogar nur ein einziges Mal. Und das auch nur, weil Martel zuvor eine Trainingswoche verpasst hatte.
Seit April 2024 spielte Martel beim FC immer, wenn er fit war. Und zwar von Beginn an. Nun verzichtete Lukas Kwasniok 77 Minuten lang auf den Sechser, der auch in der Dreierkette spielen kann. Eine Entscheidung, die nicht ohne Brisanz ist, weil Martels Vertrag beim FC ausläuft und die Geißböcke ursprünglich eigentlich um den ehemaligen U21-Nationalspieler kämpfen wollten.
Nun aber bevorzugt Kwasniok mit Tom Krauß einen anderen Sechser, der sich zudem längst zum FC bekannt hat. „Ich will mit aller Macht hier in Köln bleiben und nächstes Jahr in der Bundesliga spielen“, sagte Krauß nach der Partie in Freiburg. Von Martel hingegen hatte man solche Worte in den letzten Monaten nicht gehört. Man wolle mit dem FC im Winter sprechen. Nun ist Winter, doch wie man hört, hört man nichts. Es finden dem Vernehmen nach aktuell keine Gespräche statt.
So entschied sich Kwasniok am Sonntag, Martel auf die Bank zu setzen und Krauß für die Startelf zu nominieren. Laut Sportchef Thomas Kessler allerdings ohne Bezug zur vertraglichen Situation Martels. „Das ist völlig unberührt davon. Der Trainer stellt den Kader für den Spieltag zusammen. Heute hat er sich entschieden, Eric nicht spielen zu lassen. Am Freitag kann es wieder anders aussehen“, sagte Kessler. Den aktuellen Stand bei Martel kommentieren wollte er freilich nicht. „Es ist jetzt nicht der richtige Zeitpunkt, über die Gespräche zu sprechen.“
Das tat auch Kwasniok nicht. Der FC-Trainer machte jedoch deutlich, dass Krauß aktuell die Nase vorn hat. „Tom Krauß hat es in den letzten Spielen sensationell gemacht und es heute auch bestätigt“, sagte der 44-Jährige, der vor der Partie das Gespräch mit Martel gesucht hatte. „Eric ist Profi. Gejubelt hat er nicht, aber wir haben sehr erwachsen darüber gesprochen.“
Beim FC vermisst man seit einigen Monaten eine spielerische Weiterentwicklung Martels. Defensiv ist der 23-Jährige über die allermeisten Zweifel erhaben. Fußballerisch jedoch konnte Martel auf Bundesliga-Niveau nicht den nächsten Schritt machen. Krauß hat Martel so überholen können. „Schauen wir mal, wie wir es in der Zukunft handhaben, aber jeder hat seine Stärken“, sagte Kwasniok diplomatisch. Gut möglich, dass der FC und Martel es über die Saison so handhaben, dass sich die Wege trennen werden. Das Spiel am Sonntag gab darauf einen deutlichen Hinweis.