Per Linienflug
Hamburg schiebt zwei afghanische Straftäter ab
24.03.2026 – 16:29 UhrLesedauer: 1 Min.
Hamburg schiebt verurteilte Straftäter nach Afghanistan ab. Die Männer saßen zuvor in Haft und waren mehrfach wegen Gewalt- und anderer Delikte verurteilt worden.
Hamburg hat in den vergangenen Tagen zwei verurteilte afghanische Straftäter abgeschoben. Wie die Innenbehörde mitteilte, erfolgten die Rückführungen jeweils direkt aus der Haft und per Linienflug über Istanbul nach Kabul.
Bei einem der Männer handelt es sich um einen 30-Jährigen, der unter anderem mehrfach wegen Körperverletzung sowie wegen tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte verurteilt worden war. Er wurde am Freitag abgeschoben.
Der zweite Fall betrifft einen 32-Jährigen, der laut Behörden ebenfalls mehrfach straffällig wurde, unter anderem wegen Körperverletzung, Diebstahls mit Waffen und Bedrohung. Seine Abschiebung erfolgte am Montag.
Die Rückführungen wurden nach Angaben der Innenbehörde unter Koordination des Bundesinnenministeriums organisiert. Weitere Abschiebungen afghanischer Straftäter aus Hamburg hat es in diesem Jahr bislang nicht gegeben.
Innensenator Andy Grote (SPD) verteidigte das Vorgehen deutlich. „Die Sicherheit der Bevölkerung steht über dem Bleibeinteresse desjenigen, der diese Sicherheit gefährdet“, sagte er. Wer wiederholt schwere Straftaten begehe, müsse das Land verlassen – „unabhängig davon, woher er kommt“.
Hamburg habe sich nach seinen Worten dafür eingesetzt, dass Abschiebungen nach Afghanistan wieder möglich werden. Die jüngsten Fälle seien „ein Sicherheitsgewinn für unsere Stadt“, so Grote.
Abschiebungen nach Afghanistan gelten als politisch umstritten. Seit August 2021 sind dort wieder die islamistischen Taliban an der Macht, offizielle diplomatische Beziehungen unterhält Deutschland nicht. Dennoch hatte die Bundesregierung zuletzt signalisiert, an der Abschiebepraxis festhalten zu wollen.
