Semaglutid und Co.

Abnehmmittel können Haaren und Nägeln schaden


09.10.2026 – 15:56 UhrLesedauer: 2 Min.

Abnehmspritze (Symbolbild): Wie alle Medikamente haben auch sie Nebenwirkungen. (Quelle: IMAGO/MICHAEL BIHLMAYER/imago)

Abnehmspritzen und -tabletten haben viele Vorteile. Eine Befragung verbindet die Mittel nun aber auffällig häufig mit Haar-, Kopfhaut- und Nagelproblemen.

Medikamente aus der Gruppe der GLP-1-Rezeptoragonisten helfen Menschen mit starkem Übergewicht oder Typ-2-Diabetes. Sie sind vor allem als sogenannte Abnehmspritzen bekannt, seit einigen Wochen aber auch als Tabletten erhältlich.

Zwei Studien lenken den Blick jetzt auf mögliche Veränderungen an Haaren, Kopfhaut und Nägeln. Forschende präsentierten die Ergebnisse beim Kongress 2026 der European Academy of Dermatology and Venereology (EADV) in Wien.

Nagelablösungen mehr als viermal so häufig

Für die internationale Untersuchung verglichen die Forscher 575 Menschen, die GLP-1-Rezeptoragonisten nutzten, mit 1.329 Personen aus einer Kontrollgruppe. Diese litten ebenfalls an Typ-2-Diabetes, Adipositas oder beiden Erkrankungen, hatten die Medikamente aber noch nie eingenommen.

In der Gruppe mit GLP-1-Mitteln berichteten 39 Prozent von Nagelablösungen. Dabei löst sich der Nagel teilweise oder vollständig vom Nagelbett. In der Kontrollgruppe nannten nur 9 Prozent dieses Problem. Damit traten Nagelablösungen unter den Anwendern mehr als viermal so häufig auf.

66 Prozent der Anwender meldeten zudem mindestens eine Nagelveränderung, in der Kontrollgruppe waren es 53 Prozent. Verfärbungen betrafen 46 Prozent der Menschen mit GLP-1-Therapie, aber nur 17 Prozent der übrigen Teilnehmenden.

Auch Haare und Kopfhaut verändern sich

Eine zweite Auswertung mit denselben Teilnehmenden untersuchte Haare und Kopfhaut. Ungewöhnlichen Haarausfall nannten 50 Prozent der GLP-1-Anwender und 34 Prozent der Kontrollgruppe. Einen Verlust an Haarvolumen oder Haardichte bemerkten 42 Prozent der Anwender, gegenüber 19 Prozent in der Vergleichsgruppe.

Bei 26 Prozent der Anwender begann der Haarausfall nach dem Start der Therapie. In der Kontrollgruppe traf das auf 12 Prozent zu. Rötungen der Kopfhaut kamen bei Anwendern von GLP-1-Mitteln etwa dreimal so häufig vor. Zu einem erhöhten Risiko für Haarausfall bei den Mitteln hatte es bereits Veröffentlichungen gegeben.

Der Haarverlust trat meist zusammen mit Beschwerden an der Kopfhaut auf. Viele Betroffene nannten Juckreiz, Rötungen oder Schuppen. Die Forscher vermuten deshalb, dass nicht nur der Gewichtsverlust eine Rolle spielt. Auch entzündliche Vorgänge auf der Kopfhaut könnten zu den Veränderungen beitragen.

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Studien belegen keinen ursächlichen Zusammenhang

Wichtig ist: Die Ergebnisse belegen bisher nur einen Zusammenhang, beweisen eine Nebenwirkung aber nicht. Weitere Studien sind nötig, um zu klären, ob die Medikamente die Beschwerden tatsächlich auslösen.

Rund die Hälfte der Anwender hatte bereits vor Beginn der Behandlung Nagelprobleme. Berücksichtigten die Forscher zusätzlich Hauterkrankungen und Nährstoffmängel, fielen einige Zusammenhänge schwächer aus. Nagelablösungen und Verfärbungen kamen trotzdem noch etwa zwei- bis dreimal häufiger vor.

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