Aus für Windräder auf Hochalm
Großprojekt scheitert in Österreich
Aktualisiert am 24.05.2026 – 15:12 UhrLesedauer: 2 Min.
Jahrelang wurde geplant, nun ist Schluss: Auf der Compedal Hochalm in Osttirol wird kein Windpark gebaut. Gegner feiern die Entscheidung.
Der geplante Windpark auf der Compedal Hochalm in Assling im österreichischen Osttirol wird nicht weiterverfolgt. Das teilten das Elektrowerk Assling (EWA) und ECOwind mit. Windmessungen hätten ergeben, dass am untersuchten Standort kein ausreichendes Windpotenzial vorhanden sei.
Geplant waren sieben Windräder mit einer Nabenhöhe von jeweils 111 Metern. Die Anlage sollte eine Gesamtleistung von rund 30 Megawatt erreichen und etwa 19.000 Haushalte mit Strom versorgen. Die Planungen für das Großprojekt hatten im Sommer 2023 begonnen. Grundlage war unter anderem eine Potenzialstudie des Landes Tirol, die die Fläche als geeignet ausgewiesen hatte.
- Anschluss eines Offshore-Giganten: Mega-Bau entsteht 90 Kilometer vor deutscher Küste
- Sommer in Deutschland: Experten kündigen Unwetter, heftige Gewitter und Hitze an
Im Winter 2025 starteten die Windmessungen im Gebiet. Sie sollten zeigen, ob der Standort auf rund 2.250 Metern Seehöhe tatsächlich genug Wind für einen wirtschaftlichen Betrieb bietet. Das Ergebnis fiel anders aus als erhofft. „Die Ergebnisse zeigen klar, dass die notwendigen Windgeschwindigkeiten am konkreten Standort nicht erreicht werden“, sagte Thomas Wölfler, Geschäftsführer der Energiewerkstatt und Experte für Windmessungen.
Verantwortliche sprechen von fundierter Entscheidung
Auf Basis der Messdaten sei entschieden worden, das Projekt an diesem Standort nicht weiterzuverfolgen. EWA-Obmann Markus Stocker sagte dazu: „Auch wenn das Ergebnis bedeutet, das Projekt nicht weiterzuführen, ist es ein wichtiger Schritt, um verantwortungsvoll und wirtschaftlich zu handeln.“
Auch ECOwind verweist auf die Bedeutung der Windmessungen. Sie sei ein wesentlicher Bestandteil bei Windparkprojekten, sagte der technische Geschäftsleiter Matthäus Witek. Dadurch werde ermöglicht, Standorte objektiv zu bewerten und Projekte nur dort weiterzuverfolgen, wo die Rahmenbedingungen passen.
„Bürgerinitiative gegen Windräder“ fühlt sich bestätigt
Von Beginn an hatte sich die „Bürgerinitiative gegen Windräder auf der Compedal“ gegen das Vorhaben gestellt. Die Gegner argumentierten unter anderem mit Eingriffen in eine unberührte Naturlandschaft, möglichen Folgen für den Tourismus sowie der schwierigen Speicherbarkeit und Steuerung von Windstrom. Entsprechend groß dürfte nun die Erleichterung über das Aus des Projekts sein.
Trotz der Entscheidung sehen EWA und ECOwind die Windkraft in Tirol weiterhin positiv. In einer gemeinsamen Stellungnahme betonten die Unternehmen, dass sich die Ergebnisse ausschließlich auf den untersuchten Standort beziehen würden. Gerade im alpinen Gelände seien Windverhältnisse stark standortabhängig. Ob ein Gebiet geeignet sei, lasse sich nur durch direkte Messungen zuverlässig feststellen.










