Touristenattraktion
Schöner Brunnen: Das Geheimnis um den echten Glücksring
Aktualisiert am 23.05.2026 – 21:42 UhrLesedauer: 3 Min.

Am Schönen Brunnen in Nürnberg drehen Touristen am goldenen Ring und erhoffen sich Glück. Doch Einheimische kennen einen zweiten, versteckten Ring – und der soll der echte Glücksbringer sein.
Wer über den Nürnberger Hauptmarkt schlendert, bleibt oft am Schönen Brunnen stehen. Viele greifen durch das Gitter zum goldenen Ring, drehen ihn kurz und wünschen sich etwas. Der Legende nach soll das Drehen am Ring Wünsche in Erfüllung gehen lassen.
Der Ring ist kaum zu übersehen. Er glänzt, ist in greifbarer Nähe und gehört für viele Touristen fest zum Nürnberg-Erlebnis. Wer einmal daran dreht, soll der Überlieferung nach drei Wünsche erfüllt bekommen. Wer dreimal dreht, darf angeblich auf Kindersegen hoffen.
Dabei gibt es nur ein Problem: Am Gitter des Schönen Brunnens befindet sich noch ein zweiter drehbarer Ring, auf der beinahe genau gegenüberliegenden, nordöstlichen Seite. Er ist dunkel, unscheinbar und wird von vielen übersehen. Nur der echte Nürnberger weiß: Dieser schwarze Eisenring ist der eigentliche Glücksbringer. So wird es zumindest vielerorts in der Stadt erzählt.

Der goldene Ring ist der Ring, den die meisten Besucher zuerst sehen. Er fällt sofort auf, wird fotografiert und in offiziellen Beschreibungen als Wunschring genannt.
Beim zweiten, schwarzen Ring ist es anders. Er ist so unscheinbar, dass er optisch im Gitter untergeht. Man muss schon wissen, dass es ihn gibt. Gerade deshalb hält sich in Nürnberg die Erzählung, dass nicht der goldene, sondern der dunkle Ring der „richtige“ sei.
Woher der Brauch kommt
Der Schöne Brunnen selbst stammt aus dem späten 14. Jahrhundert. Das Geländer mit dem berühmten drehbaren Ring kam aber erst deutlich später hinzu (1587). Der Brauch in seiner heutigen Form ist also nicht so alt wie der Brunnen selbst.
Am Anfang stand wohl weniger Aberglaube als Handwerkskunst. Der Ring soll ohne sichtbare Naht in das Gitter eingefügt worden sein. Für die Menschen war das offenbar so erstaunlich, dass sich darum Geschichten bildeten. Eine bekannte Legende erzählt von einem Schlosserlehrling, der sich in die Tochter seines Meisters verliebte. Der Meister hielt die Verbindung für unmöglich und stellte ihm eine Aufgabe: einen drehbaren Ring ohne Naht in das Gitter einzufügen. Der Lehrling schaffte es und bewies so sein Können.
Welcher Ring ist nun der richtige?
Ganz eindeutig lässt sich das nicht beantworten, da es eine Frage der Perspektive ist. Historisch gesehen ist der messingfarbene (goldene) Ring derjenige, auf den sich die alte Handwerkslegende bezieht. Er ist das offizielle Wahrzeichen.











