Vor 90 Millionen Jahren

Forscher entdecken Unglaubliches


Aktualisiert am 04.11.2026 – 07:46 UhrLesedauer: 2 Min.

Expedition in der Antarktis (Symbolfoto): Eine winzige Probe hat nach Angaben der Wissenschaftler das Potenzial für die „große Sensation“. (Quelle: IMAGO/imageBROKER/David Rowland/imago)

In der Antarktis haben Forscher Spuren urzeitlicher Waldbrände gefunden. Die Entdeckung zeigt, wie anders die Landschaft am Südpol einst aussah.

Wo heute kilometerdickes Eis liegt, erstreckten sich vor rund 90 Millionen Jahren dichte Regenwälder. Ein internationales Forschungsteam unter Beteiligung des Alfred-Wegener-Instituts (AWI) in Bremerhaven hat nun weitere Spuren dieser längst verschwundenen Landschaft entdeckt. Dabei kamen sie zu der Erkenntnis: In der Antarktis kam es damals regelmäßig zu Waldbränden.

Die Hinweise fanden die Wissenschaftler in einem Sedimentbohrkern aus dem westantarktischen Amundsenmeer. Er stammt von einer Expedition des Forschungsschiffs „Polarstern“ aus dem Jahr 2017. Die Ergebnisse wurden vor kurzem im Fachjournal „Communications Earth & Environment“ veröffentlicht.

Waldbrände am Südpol: Das verrät der Fund

Die untersuchten Sedimente enthalten winzige Holzkohlepartikel, die auf wiederkehrende Brände schließen lassen. Forscher des Thünen-Instituts in Hamburg identifizierten das verkohlte Holz als Überreste von Nadelbäumen aus der Familie der Steineibengewächse.

Die analysierte Probe: Das entdeckte Holzstück lässt sich etwa 90 Millionen Jahre zurück datieren. (Quelle: Thünen Institute/Tanja Potsch)

Die Brände ereigneten sich rund 900 Kilometer vom damaligen Südpol entfernt. Nach Angaben des AWI handelt es sich um den bislang südlichsten Nachweis von Waldbränden auf der Erde. Die Feuer erreichten Temperaturen von etwa 370 bis 400 Grad Celsius und betrafen vor allem die bodennahe Vegetation.

AWI-Forscher erhalten wichtige Daten für die Forschung

Damals herrschten in der Westantarktis deutlich höhere Temperaturen als heute. Die Jahresdurchschnittstemperatur lag bei etwa zwölf Grad Celsius. Selbst während der monatelangen Polarnacht wuchsen dort Nadelbäume, Farne und Torfmoose.

Nach Einschätzung der Wissenschaftler begünstigten die wiederkehrenden Brände die Entstehung früher Torfmoore. Diese speichern große Mengen Kohlenstoff und spielen auch heute eine wichtige Rolle für das Klima.

An der Studie war unter anderem der Bremerhavener AWI-Meeresgeologe Johann Klages beteiligt. Die Forschung liefert neue Erkenntnisse darüber, wie sich Wälder und Moore unter den extrem warmen Klimabedingungen der Kreidezeit entwickelten.

Share.
Die mobile Version verlassen