Zudem könnte es künftig auch weniger Geld für kieferorthopädische Behandlungen wie Zahnspangen geben. Hierdurch ließen sich weitere 110 Millionen Euro einsparen.

Homöopathische Leistungen, etwa die Verschreibung von Globuli, werden seitens einzelner Kassen als Sonderleistungen angeboten. Leistungen ohne nachgewiesenen Nutzen sollen jedoch grundsätzlich nicht mehr aus Mitteln der solidarischen Krankenversicherung erstattet werden, schreiben die Experten. Hierdurch ließen sich im kommenden Jahr etwa 40 Millionen Euro einsparen. Auch Cannabisblüten sollen Patienten künftig wieder aus eigener Tasche bezahlen.

Bislang können sich alle Personen ab einem Alter von 35 Jahren alle zwei Jahre auf Hautkrebs untersuchen lassen. Die Wirksamkeit dieser Maßnahme ist allerdings umstritten. Nun könnte die regelmäßige Vorsorgeuntersuchung ausgesetzt werden. Einsparpotenzial: 240 Millionen Euro.

Auswirkungen auf die Versicherten dürften auch Steuererhöhungen haben, für die sich die Kommission ausspricht. Neben einer Erhöhung der Tabaksteuer, die bereits 2027 zu Zusatzeinnahmen von 1,2 Milliarden führen könnte, finden sich im Kommissionsbericht auch höhere Steuern für Alkohol wieder. Dieser sei im internationalen Vergleich hierzulande gering besteuert. Hierdurch ließen sich weitere 590 Millionen Euro einnehmen.

Auch die Einführung einer Steuer auf zuckergesüßte Erfrischungsgetränke wird durch die Kommission befürwortet. Empfohlen wird eine nach Zuckergehalt gestaffelte Steuer. Getränke mit weniger als fünf Gramm Zucker je 100 Milliliter sollen dabei steuerfrei bleiben, für Getränke mit mehr als acht Gramm Zucker soll indes eine Steuer von 32 Cent je Liter aufgerufen werden. Bei Getränken, deren Zuckergehalt zwischen fünf und acht Gramm je Liter liegt, soll die Steuer 26 Cent je Liter betragen. Ziel dieser Staffelung sei es, Anreize für die Hersteller zu schaffen, den Zuckergehalt in ihren Getränken zu reduzieren. Als Vorbild gilt hier Großbritannien. Die Einnahmen einer Zuckersteuer schätzt die Kommission in den ersten Jahren auf rund 450 Millionen Euro. Sollten die Hersteller ihre Rezepte danach ändern, dürften die Einnahmen jedoch sinken.

Wichtig: Beim Kommissionsbericht handelt es sich lediglich um Vorschläge. Die Politik muss nun entscheiden, welche sie davon umsetzt und wer letztlich die Kosten trägt. Ohne Reformen könnte es für die Versicherten allerdings in den kommenden Jahren deutlich teurer werden. So zeigen Berechnungen der Kommission, dass ein durchschnittlicher GKV-Versicherter im Jahr 2030 rund 680 Euro im Jahr mehr für seine Krankenversicherung zahlen müsste. Zieht man den Arbeitgeberanteil von 50 Prozent hiervor ab, blieben immer noch Mehrkosten in Höhe von 340 Euro im Jahr.

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