550 Arzneimittel in Apotheken nicht lieferbar

Fast 550 Mittel fehlen

Engpass bei wichtigen Herz- und Lungenmedikamenten


05.01.2026 – 10:01 UhrLesedauer: 3 Min.

Medikamente: Auch 2026 startet mit zahlreichen Engpässen. (Quelle: alvarez/getty-images-bilder)

Viele Apotheken können derzeit wichtige Arzneimittel nicht liefern. Besonders betroffen sind Medikamente für Lunge, Herz und Psyche.

546 Lieferengpässe bei Arzneimitteln verzeichnet das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) zum Jahresstart 2026. Das zeigt: Die Versorgungslage bleibt angespannt. Für Patienten kann das bedeuten, dass sie auf andere Präparate umsteigen oder ihre Therapie anpassen müssen. Ein Überblick, welche Mittel derzeit fehlen.

Besonders betroffen ist der Wirkstoff Salbutamol. Er wird vor allem bei Asthma bronchiale und der chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) eingesetzt. Salbutamol gehört zu den sogenannten Beta-2-Sympathomimetika: Es erweitert die Atemwege und lindert akute Atemnot.

Der Engpass betrifft unter anderem inhalative Formen von Salbutamol, etwa Dosieraerosole oder Sprays. Hersteller wie 1 A Pharma, Hexal und Infectopharm haben ihre Meldungen zum Engpass bis Ende Februar oder sogar bis Mitte März verlängert. Für viele Betroffene bedeutet das: Sie müssen auf Alternativen ausweichen – wenn verfügbar.

Auch Quetiapin ist derzeit schwer erhältlich. Der Wirkstoff wird bei Schizophrenie, bipolaren Störungen und zum Teil bei Depressionen eingesetzt. Er gehört zur Gruppe der atypischen Neuroleptika und wirkt unter anderem beruhigend und stimmungsstabilisierend.

Aktuell fehlt der Wirkstoff vorwiegend in Tablettenform. Hersteller wie Accord, Heumann und Hexal rechnen frühestens ab dem Frühjahr wieder mit Nachschub.

Ein weiterer Engpass betrifft Galantamin, einen Wirkstoff zur Behandlung leichter bis mittelschwerer Alzheimer-Demenz. Galantamin gehört zu den sogenannten Cholinesterasehemmern. Diese Medikamente verlangsamen im Gehirn den Abbau des Botenstoffs Acetylcholin, eines Signalstoffs, der bei Alzheimer stark vermindert ist.

Fast alle Anbieter sind betroffen: 1 A Pharma, Glenmark, Heumann, Neuraxpharm, Ratiopharm und Axiromed melden Ausfälle in allen Wirkstärken (8, 16 und 24 Milligramm). Bei manchen Firmen reichen die Prognosen bis Mai 2026, bei anderen sogar bis zum Jahresende. Auch hier bleibt Betroffenen nur die Hoffnung auf Alternativen wie Donepezil oder Rivastigmin, sofern diese noch lieferbar sind.

Engpässe gibt es auch beim Blutdrucksenker Candesartan, einem häufig verordneten Sartan. Der Wirkstoff blockiert bestimmte Rezeptoren im Körper und senkt so den Blutdruck. Außerdem entlastet er das Herz bei Herzschwäche.

Candesartan Basics wird voraussichtlich bis Ende Januar fehlen. Für das Originalpräparat Blopress in der 16-Milligramm-Dosierung gibt es laut BfArM sogar erst im Oktober 2028 wieder Nachschub.

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