Unglaubliche Rettung
39-Jähriger stürzt von Klippe – und treibt sieben Tage im Meer
Aktualisiert am 10.06.2026 – 06:33 UhrLesedauer: 3 Min.
Kein Essen, kein Trinkwasser, keine Rettungsweste – und trotzdem am Leben. Nach einem Sturz von einer Klippe überlebte ein Chinese tagelang im Meer.
Qin Jianpings Geschichte gleicht einem Wunder. Der 39-Jährige hat sieben Tage lang auf dem offenen Meer überlebt. Der Großhändler aus der südchinesischen Region Guangxi stürzte bei einem abendlichen Spaziergang von einer Klippe. Sieben Tage und sechs Nächte trieb er ohne Nahrung oder Trinkwasser in der Meerenge zwischen der Provinz Hainan und dem chinesischen Festland. Schließlich entdeckten ihn zwei Fischer völlig entkräftet und retteten ihn aus den Fluten. Darüber berichten die staatliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua und die Nachrichtenplattform „China Daily“.
Bei „China Daily“ sprach Qin über seinen Überlebenskampf. Der Unfall ereignete sich in der Nacht des 27. Mai gegen 23 Uhr. Qin war im Urlaub in Haikou, der Hauptstadt der Insel Hainan, und spazierte bei windigem Wetter an einem Seedamm entlang, als er auf einer weggeworfenen Obstschale ausrutschte und ins Meer fiel. Obwohl er schwimmen konnte, hätten ihn die Wellen immer weiter auf das offene Meer hinausgezogen, wie er selbst erzählte.
„Das Meer ist nicht wie ein Schwimmbad“, sagte Qin. „Ich konnte den Grund nicht spüren, und riesige Wellen drängten mich immer weiter hinaus. Jedes Mal, wenn ich einen Meter in Richtung Ufer schwamm, zogen mich die Wellen drei oder vier Meter zurück. Es gab keine Möglichkeit, zurückzuschwimmen.“ Um Kraft zu sparen, habe er seine Schuhe, Hose, Uhr und Ring ausgezogen und sich durch Wassertreten und Armbewegungen über Wasser gehalten. Am nächsten Morgen sei das Ufer nicht mehr zu sehen gewesen. Zwei Schiffe seien in seiner Nähe vorbeigefahren, hätten ihn jedoch nicht bemerkt.
Dutzende rohe Krabben als Nahrung
Nach mehr als 40 Stunden ohne Nahrung und Schlaf sei es ihm gelungen, auf eine treibende Boje zu klettern und kurz einzuschlafen. Eine große Welle habe ihn jedoch wieder ins Wasser geworfen.
Aus extremem Durst habe er Meerwasser und später seinen eigenen Urin getrunken. Beides habe den Durst nicht gestillt, und er habe unter starken Schmerzen gelitten. Nachts habe er gegen Kälte und Erschöpfung gekämpft. „Ich rollte mich zu einer Kugel zusammen und versuchte, jedes bisschen Wärme zu bewahren“, so Qin.
Am fünften Tag, dem 31. Mai, habe er eine orangefarbene Navigationsboje mit einem großen Schaumstoffsockel erreicht. Zu schwach zum Hinaufklettern, habe er sich daran festgeklammert. In den Ritzen des Schaumstoffs habe er nagelgroße Seekrabben entdeckt und Dutzende mit bloßen Händen gefangen, um sie roh zu essen. Sie blieben seine einzige Nahrungsquelle.
Am sechsten Tag seien seine Augen von Sonneneinstrahlung und Austrocknung blutig gewesen. Erinnerungen an seine Kindheit, seine Heirat und seine Familie seien an ihm vorbeigezogen.
Schließlich entdeckten ihn zwei Fischer, Zheng Shizhong und Fu Tingsan. Als sie sich in ihrem Boot näherten, fanden sie Qin nackt im Wasser vor. Er sei kaum ansprechbar gewesen. Die Fischer streckten ihm eine vier Meter lange Bootsstange entgegen und zogen ihn an Bord. Die Rückfahrt zum Ufer dauerte mehr als eine Stunde. Am Ufer warteten bereits Dorfbewohner, die Polizei und Rettungskräfte.
