38 Prozent der Krebsfälle vermeidbar

Globale Analyse

Weltweit ist mehr als ein Drittel aller Krebsfälle vermeidbar

Aktualisiert am 03.02.2026 – 17:54 UhrLesedauer: 3 Min.

Röntgenbild einer von Krebs befallenen Lunge: Diese Krebsart zählt zu den häufigsten weltweit. (Quelle: Felix Hörhager/dpa)

Ein großer Teil der Krebserkrankungen weltweit ist vermeidbar. Das zeigt die bislang umfangreichste Analyse. In Deutschland ist eine Ursache führend.

Fast 40 Prozent aller Krebserkrankungen weltweit gehen auf vermeidbare Ursachen zurück. Das ergibt eine aufwendige Analyse globaler Daten zu Krebsfällen und Risikofaktoren. Demnach waren Rauchen, Alkoholkonsum und Infektionen 2022 die häufigsten dieser vermeidbaren Ursachen. Bei Frauen sind global etwa 30 Prozent aller Krebserkrankungen vermeidbar, bei Männern sogar gut 45 Prozent. Insgesamt sind es rund 38 Prozent, wie eine Gruppe um Isabelle Soerjomataram von der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC) im Fachmagazin „Nature Medicine“ berichtet.

„Dies ist die erste globale Analyse, die aufzeigt, wie hoch das Krebsrisiko durch vermeidbare Ursachen ist“, sagt Co-Autor André Ilbawi, Leiter des Teams der Weltgesundheitsorganisation (WHO) für Krebsbekämpfung. Neu im Vergleich zu ähnlichen Studien für einzelne Länder und Weltregionen ist zudem die Aufnahme von Infektionen als Krebsursache.

Am bekanntesten sind hier Gebärmutterhalskrebs, der vor allem durch Humane Papillomviren (HPV) ausgelöst wird, und Magenkrebs, verursacht häufig durch das Bakterium Helicobacter pylori. Die Forscher nutzten weltweite Datenbanken, um die Krebsneuerkrankungen 2022 mit womöglich auslösenden Faktoren in Verbindung zu bringen.

In Deutschland gehen demnach bei Frauen 30 Prozent und bei Männern gut 39 Prozent auf vermeidbare Faktoren zurück. Allein auf das Rauchen sind hierzulande bei Frauen mehr als zwölf Prozent, bei Männern sogar mehr als 23 Prozent der Krebsneuerkrankungen zurückzuführen.

Weitere wichtige Ursachen sind:

Bei den berufsbedingten Risiken, etwa Kontakt zu krebserregenden Stoffen, liegen Männer in Deutschland mit 5,8 Prozent deutlich vor Frauen mit 1,6 Prozent. Zu wenig Bewegung und Luftverschmutzung spielen hingegen der Analyse zufolge hierzulande nur eine geringe Rolle.

Die Studienautoren verwendeten ausschließlich Risikofaktoren mit einem nachgewiesenen ursächlichen Zusammenhang mit Krebs, bei denen es außerdem zuverlässige Daten dazu gibt, wie sehr ihnen die Bevölkerung eines Landes ausgesetzt ist. Neben verhaltensbedingten Risiken wie Rauchen betrachteten sie auch Umweltaspekte wie etwa Luftverschmutzung und berufsbedingte Risiken. Auf dieser Basis kamen die Wissenschaftler zu dem Ergebnis, dass von den weltweit insgesamt 18,7 Millionen Krebsneuerkrankungen im Jahr 2022 gut sieben Millionen vermeidbar gewesen wären, wenn Risiken verringert oder beseitigt worden wären.

Aktie.
Die mobile Version verlassen