Tektonische Unruhe

35 Erdbeben innerhalb von 24 Stunden erschüttern Inseln


Aktualisiert am 26.03.2025 – 12:58 UhrLesedauer: 2 Min.

Panoramablick auf die Kraterseen Lagoa Verde und Lagoa Azul: Die Inselgruppe der Azoren wurde von einer Reihen von Erdbeben erschüttert. (Quelle: imageBROKER/Michael Rucker/imago-images-bilder)

Innerhalb von nur 24 Stunden wurden auf den Azoren 35 Erdbeben registriert – ein deutliches Zeichen für erhöhte tektonische Unruhe im Nordatlantik.

Innerhalb weniger Minuten meldete das European-Mediterranean Seismological Centre (EMSC) erste Daten. Im Laufe des Abends wurden die Werte mehrfach nachjustiert – sowohl die Magnitude als auch die Tiefe des Bebens. Solche Korrekturen sind üblich, da die automatische Erfassung zunächst auf Rohdaten basiert, die später manuell ausgewertet und verfeinert werden.

Anders als bei tiefer liegenden Beben wird die seismische Energie bei oberflächennahen Erschütterungen weniger abgeschwächt. Das machte sich diesmal bemerkbar: In mehreren Orten auf den Azoren – darunter Angra do Heroísmo, Praia da Vitória und Lagoa – berichten Einwohner von leichtem Vibrieren. Verletzte oder Schäden wurden bislang nicht gemeldet.

Als „moderat“ gilt ein Erdbeben bei einer Stärke zwischen 4.0 und 4.9. Schäden sind selten, doch je nach Tiefe und Beschaffenheit des Bodens können leichte Erschütterungen auch in weiter entfernten Regionen spürbar sein.

Das Beben vom Dienstagabend war kein Einzelfall: Innerhalb von nur 24 Stunden wurden auf den Azoren 35 Erdbeben registriert – ein deutliches Zeichen für erhöhte tektonische Unruhe in der Region.

Die Bilanz der letzten 24 Stunden: ein Beben mit Magnitude über 4, neun Beben zwischen Stärke 3 und 4 und 25 Beben im Bereich von Stärke 2 bis 3.

Die Azoren liegen in einer tektonisch höchst aktiven Zone: Östlich des Archipels verläuft die divergente Plattengrenze zwischen der nordamerikanischen und der eurasischen Platte. Zugleich zieht sich der Azoren-Gibraltar-Rücken quer durch das Gebiet – er trennt die afrikanische von der eurasischen Platte. An diesem geologischen Knotenpunkt kreuzen sich drei große Erdplatten, was die Region besonders anfällig für seismische Aktivitäten macht.

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