
Zusammenstoß mit Küstenwache
15 Tote bei Bootsunglück auf Mittelmeer
04.02.2026 – 08:17 UhrLesedauer: 2 Min.
Ein Patrouillenboot der griechischen Küstenwache entdeckt in der Ägäis ein Flüchtlingsboot. Dann spielen sich brutale Szenen ab.
Bei der Kollision eines Flüchtlingsbootes mit einem Schiff der griechischen Küstenwache sind 15 Menschen ums Leben gekommen. 14 Leichen wurden aus dem Meer geborgen, eine Frau erlag im Krankenhaus ihren schweren Verletzungen, wie der griechische Rundfunk ERTNews berichtete.
24 Verletzte werden mit teils schweren Verletzungen im Krankenhaus behandelt. Laut ERTNews handelt es sich um sieben Männer, sechs Frauen und elf Kinder. Drei der Verletzten sollen Verletzungen an lebenswichtigen Organen erlitten haben. Zwei schwangere Frauen verloren dem Bericht zufolge ihre Kinder.
Der Zusammenstoß ereignete sich am Dienstag vor der Insel Chios in der Ägäis, wie die örtliche Küstenwache mitteilte. Ein Behördenvertreter sagte der Nachrichtenagentur Reuters, die Schleuser hätten ihr Boot in Richtung des Patrouillenschiffs gelenkt und so den Zusammenstoß verursacht. Zuvor sei das Boot, das von der nahen türkischen Küste kam, zum Umkehren aufgefordert worden.
ERTNews zufolge ist allerdings noch nicht geklärt, welches Schiff mit dem anderen kollidiert ist. Möglicherweise hätten beide Boote beschleunigt und gefährliche Manöver durchgeführt.
Zeugen zufolge befanden sich etwa 30 bis 35 Menschen an Bord des Flüchtlingsbootes. Bei dem Vorfall wurden zudem zwei Beamte der Küstenwache verletzt und ins Krankenhaus gebracht. Die Nationalität der Opfer ist noch unklar. Eine Such- und Rettungsaktion in dem Seegebiet dauert an.
Griechenland ist für Menschen aus dem Nahen Osten, Afrika und Asien eines der wichtigsten Tore in die Europäische Union. Seit dem Amtsantritt der konservativen Regierung im Jahr 2019 hat das Land die Grenzkontrollen massiv verschärft.
Athen steht wegen seines Umgangs mit Migranten international in der Kritik. Im Jahr 2023 starben Hunderte Menschen bei einem Schiffsunglück, nachdem die Küstenwache laut Zeugenaussagen versucht hatte, das Boot abzuschleppen. Zudem gibt es immer wieder Berichte über illegale Zurückweisungen an der Grenze, sogenannte Pushbacks. Die griechische Regierung weist Vorwürfe von Menschenrechtsverletzungen zurück.