
Kinder und Mitarbeiter betroffen
Tuberkulose-Fall in Kita: 130 Menschen müssen zum Bluttest
03.02.2026 – 18:17 UhrLesedauer: 3 Min.
Nach einem Tuberkulosefall in einer Kita müssen sich 130 Menschen einem Bluttest unterziehen. Wie wird die Krankheit übertragen und wie gut lässt sie sich behandeln?
Wegen eines Tuberkulose-Falls bei einem vierjährigen Kita-Kind in Senftenberg im Süden Brandenburgs werden ab Mittwoch rund 130 Menschen vorsorglich getestet. Das teilte der Landkreis Oberspreewald-Lausitz auf Anfrage mit. Dabei handelt es sich um Kita-Kinder und Mitarbeiter der Einrichtung. Das Gesundheitsamt bereitet derzeit die Bluttests vor und ist im Einsatz, um eine Ausbreitung zu verhindern.
Das Testergebnis des vierjährigen Kindes lag dem Landkreis zufolge am Montag vor. Im Januar wurde im benachbarten sächsischen Landkreis Bautzen nach einem Tuberkulosefall an einer Berufsschule eine weitere Ansteckung festgestellt.
Der Landkreis teilte mit, der Ausbruch der Erkrankung sei zwar ernst zu nehmen, die Ansteckungsgefahr sei jedoch deutlich geringer als bei Erkältungskrankheiten. Er rief zu Besonnenheit auf. Ob es sich bei dem erkrankten Kind um einen Jungen oder ein Mädchen handelt, wollte das Gesundheitsamt nicht sagen.
Hier sind die wichtigsten Fragen zur Infektionserkrankung Tuberkulose im Überblick.
Wie häufig ist Tuberkulose in Deutschland?
Tuberkulose (TBC) ist in Deutschland heute eine sehr seltene Erkrankung, die dem Gesundheitsamt jedoch gemeldet werden muss. In der Regel lässt sie sich gut behandeln. Weltweit ist sie jedoch noch immer die häufigste tödlich verlaufende bakterielle Infektionskrankheit.
Laut Robert Koch-Institut wurden im Jahr 2024 4.391 Neuerkrankungen in Deutschland registriert, was einer Inzidenz von 5,2 Fällen pro 100.000 Einwohner entspricht. Damit ist die Zahl im Vergleich zu 2023 (4.494 Fälle) leicht zurückgegangen. Bei Kindern wurden 228 Fälle gemeldet, am häufigsten bei Kleinkindern unter fünf Jahren.
Das RKI schreibt auch: „Es wird deutlich, dass internationale Migration und Mobilität aus Krisengebieten die Epidemiologie der Tuberkulose in Deutschland maßgeblich mitbestimmen.“
Übertragen wird die Tuberkulose bei engem Kontakt von Mensch zu Mensch. Dies geschieht per Tröpfchen-Infektion, das heißt durch das Einatmen erregerhaltiger Tröpfchen, die von erkrankten Personen freigesetzt werden – insbesondere beim Husten.
Wie das Deutsche Zentralkomitee zur Bekämpfung der Tuberkulose (DZK) in Berlin auf seiner Homepage schreibt, ist die Gefahr, schwer zu erkranken, bei Kindern größer, weil ihr Immunsystem noch nicht so gut entwickelt ist.
Tuberkulose manifestiert sich laut RKI in etwa drei Viertel der Fälle als Lungentuberkulose. Klassische Symptome sind länger bestehender Husten, Nachtschweiß, Fieber und Gewichtsverlust. Die Erkrankung kann aber jedes Organ betreffen.
Eine frühzeitige Diagnose mit umgehend eingeleiteter wirksamer Therapie sowie die Untersuchung infektionsgefährdeter Personen im Umfeld sind daher wichtig, um Infektionsketten zu erkennen und zu unterbrechen, wie das RKI in seinem Bericht zur Epidemiologie der Tuberkulose in Deutschland für 2024 schrieb. Deshalb werden nun mögliche Kontaktpersonen im Umfeld des Kita-Kindes in Südbrandenburg getestet.
Bei Verdacht auf Tuberkulose erfolgt in der Regel eine Röntgenaufnahme des Brustkorbes und der Lunge sowie eine Untersuchung von Auswurf.