
Großer Andrang
Rund 1.000 Teilnehmer bei Demo gegen Drogenplan der Stadt
31.01.2026 – 15:03 UhrLesedauer: 1 Min.
Am Mittag gehen Hunderte Anwohner gegen ein geplantes Suchthilfezentrum auf die Straße. Am Donnerstag will der Stadtrat eine Entscheidung treffen.
Rund 1.000 Menschen haben am Samstagvormittag in Köln gegen ein geplantes Suchthilfezentrum im Pantaleonsviertel demonstriert. Die Polizei sperrte für den Protestzug mehrere Straßen, darunter die Severinsstraße zur Mittagszeit.
„Über uns darf nicht hinweg entschieden werden“ – mit diesem Slogan hatten die Veranstalter der Interessensgemeinschaft Pantaleonsviertel zur Demonstration aufgerufen. Unter den Teilnehmern waren zahlreiche Eltern und Senioren. Die Teilnehmerzahl entsprach sowohl den polizeilichen Erwartungen als auch den Anmeldezahlen.
Viele Anwohner des Pantaleonsviertels fühlen sich von der Stadt übergangen. Sie befürchten eine Zunahme der Drogenkriminalität durch das geplante Zentrum – insbesondere mit Blick auf Schulen und Kindergärten in der Umgebung. Neben Anwohnern kritisieren auch Schulverantwortliche und Gewerbetreibende die Pläne. Sie rechnen mit einer Verlagerung der Drogenszene samt Dealerstrukturen in ihr Viertel.
Die Stadt Köln will mit der Einrichtung am Perlengraben die Situation am Neumarkt entlasten, wo der bisherige Drogenkonsumraum seit Jahren für Probleme sorgt – von Verwahrlosung der Suchtkranken bis zu Kriminalität. Laut Stadtverwaltung komme nur die Fläche am Perlengraben als Standort in Frage.
Die Demonstration endete nach Polizeiangaben gegen 12.30 Uhr ohne besondere Vorkommnisse. Der Kölner Stadtrat soll am kommenden Donnerstag erste Entscheidungen zum Standort treffen.